Die Verehrung des Jesuskindes in der mittelalterlichen Tradition weiblicher Religiosität

Auf einen Blick

Laufzeit
07/2025  – 06/2027
DFG-Fachsystematik

Geschichtswissenschaften

Förderung durch

Fritz Thyssen Stiftung

Projektbeschreibung

Ziel dieses Forschungsprojekts ist es, die Verehrung des Jesuskindes in den Texten über europäische weibliche Reliquien vom Spätmittelalter bis zum Beginn der Neuzeit erstmals systematisch zu analysieren – ein besonders weit verbreitetes und noch relativ unerforschtes Phänomen im germanischen Raum. Im Mittelpunkt der Forschung stehen Texte über Nonnen, Mystikerinnen und Beginen, die während ihrer Gebete, Visionen, göttlichen Ansprachen und „paranormalen“ Schwangerschaften häufig Puppen und Wiegen als Teil ihrer Verehrung des Jesuskindes verwendeten.

Die Arbeit beginnt mit einer gründlichen Analyse von Texten über 14 europäische Ordensfrauen (siehe Kasten), wobei der Schwerpunkt auf jenen liegt, die besonders für ihre Verehrung des Jesuskindes bekannt sind. Anschließend wird die Analyse auf die Bilder und Andachtsgegenstände (paratextuelle Bilder, Fresken, Puppen, Wiegen, Aussteuern von Säuglingen und andere Gegenstände der Verehrung des
Jesuskindes) eingehen, die eng mit der Textdimension verbunden sind, und so eine ausgesprochen interdisziplinäre Untersuchung skizzieren. Abschließend werden die Rituale im Zusammenhang mit der Verehrung des Kindes anhand von drei Interpretationen (theologisch, historisch-literarisch und anthropologisch) analysiert.

Ziel ist es, die Geschichte eines Kults zu erklären, der bisher keine besondere Aufmerksamkeit erfahren hat und dessen Koordinaten noch immer unklar und schwer fassbar erscheinen.