Erfassung der substratabhängigen Phosphorfreisetzungspotentiale in Niedermooren bei zukünftigen Wiedervernässungen
Auf einen Blick
Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Projektbeschreibung
<p>Durch Komplexmeliorationsmaßnahmen für eine landwirtschaftliche Nutzung erfüllen viele Niedermoorgebiete im Norddeutschen Tiefland nicht mehr ihre natürliche Funktion als Speicher, Puffer, Transformator und Filter für Wasser und Stofffrachten. Grundlegende hydrologische, chemische, physikalische und biologische Veränderungen im Torfkörper sind die Folge. Aerobe Verhältnisse führten zu oxidativem Torfverzehr mit einhergehender Freisetzung von CO2. Strukturschäden prägen den Moorkörper; nährstofffreisetzende Systeme entstehen, die als Eutrophierungsquelle Grund- und Oberflächenwässer sowie die Atmosphäre gefährden.</p>
<p>Der Austrag von infrarotabsorbierenden Gasen und von gewässerbelastenden Stoffen macht eine Rückversetzung von entwässerten Moorstandorten in natürlichen Zustand aus ökologischen Gründen erforderlich, was auch politisch anerkannt ist (z. B. Protokoll von Kyoto, EU-Wasserrahmenrichtlinie). Es wurden Moorrenaturierungsmaßnahmen eingeleitet: viele Moore sind bereits wiedervernässt oder sollen es werden.</p>
<p>Jedoch verlaufen Wiedervernässungen von ehemals landwirtschaftlich genutzten Niedermooren nicht ohne negative Nebenwirkungen. Untersuchungen haben ergeben, dass durch Wiedervernässung nicht nur eine Änderung der Redoxpotentiale, sondern auch ein verstärkter Phosphoraustrag zu verzeichnen ist. Die Prozesse der Phosphorverlagerung bzw. -freisetzung in Niedermooren sind bisher immer noch ungenügend untersucht, so dass sich keine klare Abschätzung des Gefährdungsrisikos für die Umwelt ableiten lässt.</p>
<p>Das Ziel des Forschungsvorhabens (DBU-Stipendium) ist es deshalb, in Torfsubstraten, die sich durch unterschiedliche Torfarten, Zersetzungsgrade und Pedogenese auszeichnen, den Phosphorgehalt zu bestimmen und in die Anteile der verschiedenen Phosphor-Bindungsformen zu differenzieren.</p>
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. agr. Jutta Zeitz
- Bodenkunde und Standortlehre