Erinnern und Entscheiden in Zeiten sozialer Beschleunigung: Zur Begründung einer demokratietheoretischen Archivologie

Auf einen Blick

Laufzeit
10/2021  – 05/2023
DFG-Fachsystematik

Politikwissenschaft

Förderung durch

Volkswagen Stiftung Volkswagen Stiftung

Projektbeschreibung

Das Projekt erforscht, welche Rolle das kollektive Erinnern (und Vergessen) in demokratischen Entscheidungsprozessen spielt. Während vorherrschende demokratietheoretische Ansätze die Bedeutung zeitintensiver Verfahren für die Sicherung demokratischer Legitimität betonen, bezweifelt die soziologische Beschleunigungstheorie, dass Demokratien diese Zeit überhaupt noch haben. Das Projekt geht davon aus, dass der in solchen Ansätzen dominierende Fokus auf die linear-progressive Dimension der Zeit zur Ausblendung der Vergangenheit führt. Es argumentiert, dass demokratische Konflikte stets eine – variierende – historische Tiefendimension aufweisen, die durch das neu einzuführende Konzept des „demokratischen Archivs“ beschrieben werden soll. An die dort gespeicherten Erfahrungen und Wissensbestände kann in Entscheidungssituationen angeknüpft werden. Das „demokratische Archiv“ erlaubt es, die Anpassungspotentiale und auch mögliche Pathologien zu rekonstruieren, welche Demokratien aus ihrer historischen Tiefendimension erwachsen.

Projektleitung

  • Person

    Dr. Andreas Schäfer

    • Institut für Sozialwissenschaften
    • Politische Soziologie und Sozialpolitik