Europas "erste Neue Linke" und die verborgene Geschichte des Kalten Krieges

Auf einen Blick

Laufzeit
10/2012  – 08/2013
Förderung durch

Volkswagen Stiftung Volkswagen Stiftung

Projektbeschreibung

Das Projekt widmet sich einem transnationalen Raum des intellektuellen Engagements, der sich um 1956 unter den heterodoxen Linken Europas eröffnete. Einerseits wurde dieser Raum durch eine Legitimationskrise des Kalten Krieges, die symbolisch im Ungarischen Aufstand und in der Suez-Krise gipfelte, herbeigeführt. Andererseits war er eine Antwort auf die Festigung des Wohlfahrtsstaats in Westeuropa und des Staatssozialismus im Osten als unterschiedlicher Varianten des "high modernism" mit seinen autoritären Zügen. In diesem Raum trat Europas "erste Neue Linke" auf den Plan, um den Sozialismus neu zu denken und wiederzubeleben, in humanistischer und partizipatorisch-demokratischer Absicht. Ihren diversen Exponenten war die Absage an die bipolare Welt, die Abwendung von objektiven Gesetzen und geschichtlicher Notwendigkeit sowie die Hinwendung zu Subjektivität, Bewusstsein und Praxis gemein. Wie wurden ähnliche Ideen zur selben Zeit, aber an so unterschiedlichen Orten wie Bundesrepublik und DDR, Großbritannien und Italien, Ungarn und Jugoslawien plausibel? Inwieweit wurden sie durch translokale und transnationale Kontakte erzeugt? Ziel des Projekts ist es, diese Wandlungen der linken Vorstellungswelt zu erklären. Anvisiert wird eine Ideen- und Intellektuellengeschichte, die die doppelte methodische Falle eines freischwebenden Idealismus sowie eines soziologischen Reduktionismus vermeidet.

Projektleitung

  • Person

    Prof. Sean Forner

    • Institut für Geschichtswissenschaften
    • Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts