EXC 2002/1: Anticipation, Prediction and Behavioural Reliability in Social Interactions (TP 10)
Auf einen Blick
Systemtechnik
Statistische Physik, Nichtlineare Dynamik, Komplexe Systeme, Weiche und fluide Materie, Biologische Physik
Zoologie
Grundlagen der Biologie und Medizin
Neurowissenschaften
DFG Exzellenzstrategie Cluster
Projektbeschreibung
Agenten mit Vorhersagefähigkeiten können zukünftige Ereignisse antizipieren und haben somit einen erheblichen Vorteil gegenüber Agenten, die dazu nicht in der Lage sind (Pezzulo et al., 2008; Winfield und Hafner, 2018). In einem sozialen Umfeld ermöglicht die Fähigkeit, die zukünftigen Handlungen eines Interaktionspartners vorauszusehen, eine adaptive Anpassung der eigenen Verhaltensstrategien (Moussaid et al., 2011). In einem kooperativen Kontext kann diese Vorausschau dazu beitragen, die Kommunikation zwischen den Akteuren zu verbessern, während sie in einem kompetitiven Kontext Raum für manipulative Strategien bietet.
Das vorgeschlagene Projekt konzentriert sich auf die folgenden vier Hauptziele: In einem ersten Schritt konzentrieren wir uns auf die Entwicklung analytischer Methoden zur Identifizierung von Antizipationsheuristiken bei lebenden Fischen, die mit einem biomimetischen Roboterfisch (Robofish) interagieren und sich zudem in ihrer sozialen Reaktionsfähigkeit unterscheiden (Ziel a). In einem zweiten Schritt werden wir Situationen schaffen, in denen lebende Fische mit dem Robofish kooperieren oder konkurrieren müssen, um ein Ziel effektiv zu erreichen. Dies ermöglicht es uns, die mit Antizipationsstrategien verbundenen Kosten und Nutzen abzuschätzen (Ziel b). Das Ziel unserer experimentellen Daten ist es, kognitive Heuristiken zu identifizieren, die bei der Antizipation in interagierenden Paaren eine Rolle spielen; diese werden dann genutzt, um ein allgegenwärtiges synthetisches Antizipationsverhalten zu entwickeln, wenn die soziale Reaktionsfähigkeit der Interaktionspartner variiert (Ziel c). Um dieses synthetische Verhalten zu bewerten, wird es sowohl in Robofish als auch in humanoiden Robotern implementiert und anschließend in Situationen getestet, die entweder reine Roboterpaare (Roboter-Roboter) oder – im Falle von Robofish – auch Paare mit einem lebenden Akteur (Fisch-Roboter) umfassen (Ziel d).