Finanzierung und Kapitalzugang in der Ukrainischen Landwirtschaft

Auf einen Blick

Laufzeit
04/2005  – 10/2008

Projektbeschreibung

<p>Eine dauerhafte makroökonomische Instabilität und zögerliche Transformation in der Ukraine haben eine stark negative Wirkung auf den Agrarsektor, was sowohl für die Agrarbetriebe als auch für deren Investoren und Kreditgeber zahlreiche Geschäftsrisiken verursacht.</p>
<p>Als Folge einer hohen Risikobelastung bleibt die ukrainische Landwirtschaft im Vergleich zu den anderen Wirtschaftssektoren für Fremdfinanzierung unattraktiv, wozu sehr oft die erheblichen Informationsasymmetrien zwischen Kreditgebern und Kreditnehmern im Agrarbereich und die dadurch bedingte erschwerte Gleichgewichtsbildung auf dem Kapitalmarkt beitragen. Außerdem greift der ukrainische Staat in die Transformationsprozesse auf diesem Faktormarkt ein (in Form von Investitionsförderung, Zinssatzregulierung, Vergabe von verbilligten Krediten usw.).</p>
<p>Aus dieser Sicht sind die ukrainischen Agrarkreditmärkte unvollkommen, was die Trennung der Investitions- (Produktions-) und Finanzierungsentscheidungen unmöglich macht. Daraus ergibt sich die Frage, welche Bedeutung die Kapitalverfügbarkeit und der Fremdkapitalzugang für ukrainische Agrarunternehmen haben, und in welchem Ausmaß die entsprechenden Finanzierungs- und Investitionsbedingungen den Agrarstrukturwandel im Land beeinflussen.</p>
<p>Ziel des Forschungsvorhabens ist, folgende Fragestellungen zu bearbeiten:<br>
Wie lassen sich die Finanzierungsstruktur, die Kapitalmärkte sowie die Kapitalbildungsmöglichkeiten im ukrainischen Agrarsektor beschreiben?<br>
Welchen Einfluss nehmen die Kreditmarktunvollkommenheiten auf die Investitionstätigkeit und wirtschaftliche Erfolge der ukrainischen Agrarbetriebe im Agrarstrukturwandel?<br>
Welche agrarpolitische Empfehlungen bezüglich der Agrarkreditmarktregulierung sowie der Finanzförderung der ukrainischen Landwirtschaft sind abzuleiten?</p>
<p>Dazu sollen die bis jetzt ausgearbeiteten finanztheoretischen Ansätze wie Q-Theorie, Kreditrationierungstheorie oder Soft Budget Constraint-Theorie anhand einer deskriptiven und einer ökonometrischen Analyse für die Transformationslandwirtschaft geprüft werden. Je nach Verfügbarkeit der einzelbetrieblichen Paneldaten sind statische oder dynamische Ansätze anzuwenden. Der statische Modelltyp liefert dabei einen Überblick über die Faktoren der Kreditrationierung sowie über deren Einfluss auf Investitionstätigkeit und wirtschaftliche Erfolge der Agrarbetriebe. Der dynamische Modelltyp ermöglicht, das Investitionsverhalten der Agrarunternehmen mit Einbeziehung von Restriktionen bezüglich der Kapitalverfügbarkeit (Output, Cash Flow usw.) zu untersuchen. Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens könnten zur weiteren effizienten Umgestaltung der ukrainischen Agrarpolitik beitragen.</p>

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Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. agr. habil. Martin Odening

    • Allgemeine Betriebslehre des Landbaus