Focus Alternatives in the Human Mind: Retrieval, Representation, and Recall (FAHMRRR)

Auf einen Blick

Laufzeit
06/2016  – 05/2021
Förderung durch

Horizon 2020: ERC Starting Grant Horizon 2020: ERC Starting Grant

Projektbeschreibung

Die Aussagen „Klara mag LINGUISTIK” (mit der Betonung auf LINGUISTIK) und „KLARA mag Linguistik” (mit der Betonung auf KLARA) haben die gleiche Bedeutung, aber eine unterschiedliche Fokusstruktur. Das wird deutlich, wenn man sich eine mögliche Fortsetzung der Sätze überlegt. So könnte „Klara mag LINGUISTIK …“ sinnvoll weitergeführt werden mit „…, Literaturwissenschaft aber nicht“ und „KLARA mag Linguistik…“ könnte mit „…, Stefan findet Linguistik schrecklich“ enden. ‚Linguistik und Literaturwissenschaft‘ bzw. ‚Klara und Stefan‘ sind sogenannte Fokusalternativen. Wir wissen bereits, dass Fokusalternativen eine Rolle beim Verstehen einer Äußerung spielen: Wenn wir ein fokussiertes Element wahrnehmen, so sind auch dessen Alternativen aktiviert; wir können diese zum Beispiel in einer Leseaufgabe schneller erkennen.

Das Projekt FAHMRRR beschäftigt sich mit den Fragen, wie Fokusalternativen aus unserem Gedächtnis für Wörter, dem mentalen Lexikon, abgerufen werden (Retrieval), wie Fokusalternativen in unserem Gehirn repräsentiert sind (Representation) und welche Rolle Fokusalternativen bei der Erinnerung an Gehörtes oder Gelesenes spielen (Recall). Eine weitere wichtige Forschungsfrage besteht darin, individuelle Unterschiede in der Verarbeitung von Fokusalternativen zu beschreiben und zu erklären.

Wir arbeiten im Projekt experimentell, das heißt, Sprecher und Sprecherinnen des Deutschen lösen (meist computerbasierte) sprachliche Aufgaben, und wir messen ihre Antwortgeschwindigkeit, ihre Fehlerrate, teilweise auch ihre Hirnströme (mit Elektroenzephalografie, kurz EEG) oder die Beteiligung bestimmter Hirnareale an der Lösung der Aufgaben (mit funktionaler Magnetresonanztomografie, kurz fMRT).

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Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. Katharina Spalek

    • Institut für deutsche Sprache und Linguistik