Gender und Sprache in Südosteuropa: Sprachliche Manifestationen von Genderkonzeptualisierungen in Albanien, Kroatien und Serbien

Auf einen Blick

Laufzeit
03/2010  – 02/2013
Förderung durch

DFG Sachbeihilfe DFG Sachbeihilfe

Projektbeschreibung

Das Projekt untersucht anhand der drei südosteuropäischen Transformationsländer Albanien, Kroatien und Serbien die Zusammenhänge zwischen genderpolitischen und genderlinguistischen Aspekten: Die (im europäischen Vergleich extrem dynamische) De- bzw. Restandardisierung der in diesem Projekt untersuchten Sprachen impliziert die auch sprachpolitisch forcierte und getragene kontinuierliche Konstruktion der eigenen nationalen und im Kontext der EU-Integration sich neu ergebenden transnationalen Identität/en. Das Projekt untersucht aus einer pragmatisch-soziolinguistischen, von neueren Gendertheorien geprägten Perspektive die Konzeptualisierung grammatikalisierter gender(un)spezifizierender nominaler personaler Appellationsformen. Anhand von empirischen Analysen zu Produktion und Perzeption dieser Formen wird die Bedeutung von linguistischen Appellationspraktiken für Diskriminierungsprozesse in parallel angelegten Testreihen systematisch und detailliert untersucht, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den drei untersuchten Ländern und ihren Sprachpolitiken herauszustellen. Auf diese Weise können detaillierte Daten zum Zusammenhang von gesellschaftspolitischen Entwicklungen, Sprachpolitiken und Genderkonzeptualisierungen gewonnen werden. Die betrachteten Sprachpraktiken besitzen die derivationellen Möglichkeiten, um symmetrische Appellationsformen zu realisieren. Zu untersuchen ist auch, inwiefern der postkommunistische backlash im Sinne einer Retraditionalisierung von Geschlechterrollen zu einer offenen Ablehnung gendersensitiver Sprachpolitiken führt und welche Konsequenzen dies für die konkreten Sprachrealisierungen hat.

Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. phil. Antje Hornscheidt

    • Skandinavistische Linguistik und Gender Studies