Geothermiewärmenutzung im Gartenbau

Auf einen Blick

Laufzeit
08/2008  – 07/2009
Förderung durch

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Projektbeschreibung

Deutschlandweit sind ca. 150 Geothermie-Anlagen mit einer Investitionssumme von geschätzten vier Milliarden Euro in Vorbereitung. Wie bei fast keiner anderen neuen Energiequelle gibt es eine so große Übereinstimmung zwischen den Zielen des Umweltschutzes und der Energienutzung. Im deutschen Gartenbau ist der Betrieb Baumgärtner am Standort Neustadt-Glewe in MV ein Vorreiter dieser Anwendung. Die Energie für die Beheizung der Gewächshäuser wird bereitgestellt aus dem Rücklauf des Wärmenetzes eines Erdwärmekraftwerkes. Bei der Anwendung von Geothermiewärme zur Beheizung von Gewächshäusern kann sich eine Situation ergeben, die dem Problem der Nutzung von Abwärme aus Industrieanlagen (Biogasanlagen) gleicht. Der Gärtnereibetrieb steht in der Energieversorgungskette weit hinten. Das führt zu einer Nutzung von Heizwärme mit niedrigem Exergiegehalt (Temperaturniveau). Hierfür müssen Techniken eingesetzt werden, mit denen Niedertemperaturwärme effizient freigesetzt und an die Pflanzen übertragen werden kann. Zum Einsatz kommen dabei überwiegend großflächige Strahlungsheizungen (Betonbodenheizung), Substrat- oder Gebläseheizungen. Gegenüber der traditionellen Rohr- oder Konvektionsheizung mit einer Oberflächentemperatur von ca. 70 °C muss Niedertemperaturwärme mit anderen Kulturführungsmaßnahmen - vor allem mit alternativen Steuerungsalgorithmen - betrieben werden. Die dabei entstehenden mikroklimatischen Sonderbedingungen sind zu untersuchen und die Auswirkungen auf Ertrag und Qualität ist nachzuweisen.