Historiographie des sozialistischen Jugoslawiens

Auf einen Blick

Laufzeit
03/2017  – 02/2018
Förderung durch

DAAD

Projektbeschreibung

Inhaltlicher Ausgangspunkt aller im Rahmen des Projektes verfolgten Vorhaben bildet die Prämisse, dass die Geschichte des sozialistischen Jugoslawien als ein Ineinanderwirken von gesellschaftlichen, geographischen, kulturellen sowie ökonomischen und politischen Dynamiken zu untersuchen ist. Die kritische Diskussion der Historiographie der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien dient hierbei als Kooperationsplattform, auf deren Grundlage ein partnerschaftlicher akademischer Austausch zu einem gemeinsamen geschichtlichen Erbe befördert und dadurch ein wissenschaftliches Netzwerk von Lehrenden und Studierenden innerhalb (und außerhalb) der Region geschaffen werden soll. Unter diesem gemeinsamen konzeptionellen Dach sollen Studierende, Promovierende, Nachwuchswissenschaftler/innen und Professor/innen der Geschichtswissenschaften zusammenkommen, um ihre Forschungsarbeiten auf einer thematisch-methodischen Grundlage zu verknüpfen, im gegenseitigen Austausch weiterzuentwickeln und in der Kooperation neue wissenschaftliche Ansätze über disziplinäre und nationalstaatliche Grenzen hinweg zu diskutieren. Es ließen sich in den letzten Jahren im Rahmen der DAAD-Netzwerkpartnerschaft „Repräsentationen des sozialistischen Jugoslawien im Umbruch“ (siehe: yurepraesentationenimumbruch.wordpress.com) Grundlagen für ein einzigartiges Netzwerk von Historiker/innen aus fünf (von insgesamt sieben) postjugoslawischen Staaten etablieren. Diese Zusammenarbeit von Kollegen/innen und Studierenden aus Belgrad, Sarajevo, Skopje, Koper, Pula und Berlin erscheint uns geeignet, bestehende Vernetzungen und Kooperationen zwischen den genannten Forschungsstandorten fortzuführen. Über die einzelnen fachlichen Qualitäten und institutionellen Möglichkeiten der Zusammenarbeit der beteiligten Partner/innen hinaus, verspricht dieses Netzwerk, bisherige Versuche eines geschichtswissenschaftlichen und geschichtspolitischen Dialogs im ehemaligen Jugoslawien weiter zu entwickeln. Unser Ziel ist es aber auch, dazu beizutragen, dass die Grundlagen für einen grenzüberschreitenden geschichtswissenschaftlichen Austausch auch 7 nachhaltig weiter bestehen bleiben. Nur durch kontinuierliche Zusammenarbeit und die Konzeption gemeinsamer wissenschaftlicher Forschungen, Konferenzen und Diskussionen kann auch eine längerfristig ausgerichtete Kooperation erreicht werden. Im Laufe der beantragten Förderzeit sind im Jahresverlauf ein Workshop im Rahmen des „History-Fest“ in Sarajevo (April 2017), eine internationale Doktoranden-Sommerschule in Pula (Juli 2017) sowie eine systematische gemeinsame Arbeit an einem in Reader über Tendenzen der Historiographie zum sozialistischen Jugoslawien geplant. Vorgesehen sind zu diesem Zweck Gastaufenthalte der Netzwerkpartner in den jeweiligen Ländern bzw. in Berlin. Am Anfang des Projektes werden die verfolgten Forschungsansätze in Form von Präsentationen beim Workshop in Sarajevo vorgestellt. Die Zwischenergebnisse sollen als Working Papers im Vorfeld und bei der Sommerschule in Pula diskutiert werden. Es sind begleitend hierzu Forschungsaufenthalte auch in Berlin (zur Arbeit mit internationaler Literatur in der Staatsbibliothek zu Berlin; Universitätsbibliotheken der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin) geplant. Eines der Endergebnisse soll ein Reader in serbisch-bosnisch-kroatisch-slowenisch-makedonischer Sprache sein, der dann auf bekannten Internetplattformen zur Historiographie des sozialistischen Jugoslawien publiziert werden wird.

Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. Hannes Grandits

    • Institut für Geschichtswissenschaften
    • Südosteuropäische Geschichte