HYDBOS - Ein Beratungstool für die Nutzung und den Schutz hydromorpher Böden unter geänderten Klimabedingungen
Auf einen Blick
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Projektbeschreibung
Innerhalb des Verbundforschungsprojektes INKA BB hat das Teilprojekt das Ziel, ein Netzwerk von Akteuren in grundwasserbeherrschten Agrarlandschaften aufzubauen und ein Beratungstool mit auf die verschiedenen hydromorphen Böden angepassten Landnutzungsempfehlungen zu entwickeln. Hydromorphe Böden, das sind alle durch Grundwasser geprägten Standorte (Gleye, Anmoore, Nassgleye, Moorgleye und Moore), sind durch eine besondere Vulnerabilität gegenüber Landnutzungswandel und Klimaveränderung charakterisiert (IPCC, 2007) und bedürfen spezieller Anpassungsstrategien für künftige Nutzungen. Diese empfindlichen Böden sind in Brandenburg typisch und nehmen 44 % der Landesfläche ein (BÜK 300). Im Teilprojekt HYDBOS werden Landnutzungen unter veränderten Klimaverhältnissen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Umweltgüter (Wasser, klimarelevante Gase, Bodenfunktionen) und ökonomische Kennwerte bewertet. Darauf aufbauend werden Empfehlungen für die Abwägung zwischen dem Erhalt/Schutz der Qualität der hydromorphen Böden als Produktionsgrundlage für die Landwirtschaft und einer ökonomisch tragfähigen agrarischen Produktion erarbeitet, welche sowohl verschiedene Intensitäten der Grünlandnutzung als auch den Anbau nachwachsender Rohstoffe (Erle, Weide, Schilf) beinhalten kann. Dazu werden derzeitig vorhandenes Wissen mittels Literaturauswertung und Expertenbefragung ausgewertet, Szenarien des Wassermanagements und der Landnutzungsarten bewertet und die Ergebnisse für ein Beratungstool so aufbereitet, dass eine Anpassung der Landnutzung unter den sich verändernden Klimabedingungen erreicht wird. Sämtliche Prozesse im Vorhaben basieren auf dem Prinzip der Partizipation aller Akteure, so dass dadurch die Kommunikation, der Wissenstransfer und die Multiplikation von Teilergebnissen zielführend sind. Hinweise für die Politikberatung hinsichtlich einer Änderung der Förderpolitik werden unterbreitet.
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. agr. Jutta Zeitz
- Bodenkunde und Standortlehre