Implizite Aktivierung von Gedächtnisinhalten und von Handlungen: Automatisch oder abhängig von begrenzter Kapazität?

Auf einen Blick

Laufzeit
07/2009  – 12/2013
Förderung durch

DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe) DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe)

Projektbeschreibung

Das Projekt befasst sich mit den so genannten Bahnungseffekten, bestimmten Vorgängen im Gehirn, die durch Reize in der Umgebung unwillkürlich und unbewusst ausgelöst werden können. So können Reizinformationen Gedächtnisinhalte implizit aktivieren oder die Vorbereitung bestimmter Handlungen auslösen, ohne dass dies von der Person beabsichtigt ist. Von derartigen reizgesteuerten Bahnungseffekten wird gemeinhin angenommen, dass ihr Verbrauch an begrenzter mentaler Kapazität nicht bzw. kaum ins Gewicht fällt. Im Gegensatz zu dieser Annahme zeigte sich in neueren Arbeiten, dass unter hoher Kapazitätsauslastung in Folge von Zusatztätigkeit die unwillkürliche Bahnung von Handlungen ausbleibt. Im geplanten Projekt wird nun untersucht, worin die Ursache dieser Kapazitätsabhängigkeit besteht und ob bzw. inwiefern diese auch für Bahnungseffekte des impliziten Gedächtnisses gilt sowie für Bahnungseffekte, die durch vollständig unbewusst verarbeitete Reize hervorgerufen werden. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, ob eine strategische Kapazitätsverteilung die beobachteten Effekte top-down modulieren kann. Um die Qualität und Dynamik von Bahnungs- und Interferenzeffekten im Gehirn mit hoher zeitlicher Auflösung bestimmen zu können, werden zusätzlich zu den Verhaltensdaten Ereigniskorrelierte Potentiale (EKP) erfasst.

Projektleitung

  • Person

    Dr. rer. nat. Carola Lehle

    • Biologische Psychologie / Psychophysiologie