Internationale Konferenz: Produktion und Krise hegemonialer Männlichkeit in der Moderne (Veranstaltung: 07.12-10.12.06, Berlin)

Auf einen Blick

Laufzeit
10/2006  – 12/2006
Förderung durch

DFG sonstige Programme DFG sonstige Programme

Projektbeschreibung

Die Konstruktion und kulturelle Etablierung des okzidentalen Konzepts hegemonialer Männlichkeit (Connell) als ein normatives Stereotyp (Mosse) ist eng verbunden mit der Diskursivierung des transzendentalen Vernunftsubjekts (Kant), der Herausbildung der bürgerlichen Nationalstaaten und der funktional differenzierten Gesellschaft um 1800. Das Narrativ und die Ästhetik der heroischen Männlichkeit als Entdecker, Kolonisator, Staatslenker, Krieger, und Denker gehört zu den Meistererzählungen der Moderne und ihrer kolonialen Machtdiskurse. Nun erscheint die Rhetorik der Krise nicht allein als passe partout der Männlichkeitsforschung, sondern auch als konstitutives Narrativ herrschaftlicher Männlichkeiten selbst. Im Laokoon-Paradigma um 1800 wird sie programmatisch verkörpert. Die Konferenz konzentriert sich auf die narrativen, medialen und wissenshistorischen Transformationen in der Umbruchszeit um 1900. Visionen einer jüdischen Effeminierung stehen neben solchen eines Masculine Judentum , Beschwörungen von Homophobie neben solchen von Hypervirilität und männlicher Hysterie . Den wissenschaftlichen und literarischen Konstruktionen von Männlichkeit und Moderne wird ebenso nachgegangen wie den kolonialen und rassistischen Grenzdiskursen, den Figuren des Dritten und dem Kältekult in Naturwissenschaften, Anthropologie und Neuer Sachlichkeit.

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Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. phil. Ulrike Brunotte

    • Kulturtheorie mit dem Schwerpunkt Geschlecht und Geschichte