Kompetenznetz Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa: Zirkulation und Kommunikation
Auf einen Blick
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Projektbeschreibung
In der zweiten Förderphase des Projektes „Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa" wird das im Rahmen der ersten Förderphase entwickelte Phantomgrenzen-Konzept vertieft. Die empirische Forschung über die Wechselwirkungen zwischen Raumwahrnehmung, -erfahrung und -produktion werden im Teilprojekt an der HU Berlin in zwei Fallstudien weiterentwickelt. Nenad Stefanov untersucht in seinem Projekt „Über neue Grenzen hinweg: Kommunikationslinien im postosmanischen Kontext" anhand von exemplarischen Biographien von Kaufleuten und Beamten, ob und in welcher Form die alten Verbindungen zwischen Sofia und Istanbul entlang der wichtigen Verkehrsroute Orta Kol fortexistierten. Djordje Tomic untersucht in seiner Fallstudie „Von der „Banater Republik" zur Euroregion DKMT und zurück?" die grenzübergreifende Zusammenarbeit in der Donau-Kris-Mures-Tisa-Region, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem historischen Banat erkennen lässt. Er fragt, wie hängt die Etablierung einer Euroregion im Geiste der EU-Integration Osteuropas nach 1989 mit dem historischen Banat zusammen? Wie lässt sich die Übereinstimmung der Grenzen der Euroregion mit den historischen (Phantom-)Grenzen erklären? An der HU wird je ein Projekt in jeder Forschungsachse bearbeitet: Dr. Nenad Stefanov erforscht die Kommunikationslinien im postosmanischen Kontext (A3), Dr. des. Djordje Tomic untersucht die Phantomgrenzen des und im rumänischen Banat (B2). Die Fallstudien werden auf Interviews und Archivmaterial basieren und in Aufsätzen münden. Die Fallstudie von Dr. Stefanov steht in enger Beziehung zu der Fallstudie A 1 von Dr. Florian Riedler (ZMO); es ist daher geplant, gemeinsame, Aufsätze zu erarbeiten. Weiterhin werden von der HU die Veranstaltungen „Von Phantomkarten zu realen Grenzen" {T1 ), „3 x Dreiländerecken" (T3) sowie „Magistralen und Kommunikationslinien" (T7) inhaltlich mitorganisiert. Außerdem unterstützt die HU die Tagung „Zwischen Erfahrungsraum und Erwartungshorizont" (T4), die von der MLU und ABZ organisiert wird. Mit der Mitorganisation von zwei Tagungen sowie der Publikation der Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften leistet das Teilprojekt an der HU Berlin einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung des Phantomgrenzen-Konzeptes in der nationalen und internationalen wissenschaftlichen Fachwelt unterschiedlicher Disziplinen. Mit der neu im Wallstein Verlag erscheinenden Reihe „Phantomgrenzen im östlichen Europa" werden die Forschungsarbeiten zudem einem breiten Publikum bekannt gemacht. Die Verstetigung des Kompetenznetzes über die zweite Förderphase hinaus wird über die Einwerbung weiterer Drittmittel angestrebt. Ausdruck dieser langfristigen Planung im Netzwerk ist nicht zuletzt die in der ersten Förderphase initiierten Reihe im Wallstein Verlag „Phantomgrenzen im östlichen Europa".
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. Hannes Grandits
- Institut für Geschichtswissenschaften
- Südosteuropäische Geschichte