Literarästhetische Urteilskompetenz: Konstruktvalidierung und Konstrukterweiterung (LUK II)
Auf einen Blick
DFG Sachbeihilfe
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Projektbeschreibung
Der Entwicklung literarästhetischer Urteilskompetenz wird im Rahmen von Bildungsstandards und Lehrplänen für das Fach Deutsch eine zentrale Bedeutung beigemessen. Bislang liegt jedoch keine klare Bestimmung des Konstrukts vor. Ziel des geplanten Projekts ist es, vor allem auf der Grundlage der ästhetischen Semiotik ein Modell literarästhetischer Urteilskompetenz zu entwickeln und zu prüfen. Dabei werden drei Dimensionen literarästhetischer Kompetenz unterschieden: semantisches literarästhetisches Urteilen (Erschließung zentraler Textinhalte), idiolektales literarästhetisches Urteilen (Analyse formaler Spezifika) und kontextuelles literarästhetisches Urteilen (Einbezug relevanter Kontextinformationen). Die empirische Modellierung der drei postulierten Dimensionen weist auf eine hinlängliche interne Validität des Konstrukts hin. Die Analysen zeigen, dass sich literarästhetische Urteilskompetenz als dreidimensionales Konstrukt bestimmen lässt. Noch angemessener lassen sich die Daten jedoch über ein vereinfachtes zweidimensionales Modell abbilden, welches nur zwischen semantischer und idiolektaler LUK differenziert. In Bezug auf die kriteriale Validität weisen die Ergebnisse darauf hin, dass sich LUK von allgemeiner Lesekompetenz abgrenzen lässt und substanzielle Zusammenhänge zu Schulleistungen aufweist. Die Validitätsbefunde werden in geplanten Teilprojekten genauer geprüft und spezifiziert. Eine weitere Teilstudie wird sich mit der Entwicklung des Konstrukts befassen. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass es gelungen ist, eine theoretische und empirische Fundierung sowohl für die Lehr-Lernforschung als auch für die Evaluation der erreichten schulischen Ziele im Bereich der literarästhetischen Urteilskompetenz zu liefern.
Beteiligte Einrichtungen
Institut für Erziehungswissenschaften
Anschrift
Institutsgebäude, Geschwister-Scholl-Straße 7, 10117 Berlin