Literarästhetische Urteilskompetenz: Modelldifferenzierung und -integration (LUK III)
Auf einen Blick
DFG Sachbeihilfe
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Projektbeschreibung
Der Entwicklung von Lesekompetenz wird im Rahmen von Bildungsstandards eine zentrale Bedeutung für die aktive Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beigemessen. Obwohl der Bereich des allgemeinen Leseverstehens seitens der empirischen Forschung mittlerweile sehr gut erschlossen ist, gehört die genauere Untersuchung literarischen Textverstehens zu den schwierigeren und kaum untersuchten Bereichen sprachbezogener Bildungsforschung. Um diese Forschungslücke zu schließen, wurde im Rahmen des Projekts auf der Grundlage der ästhetischen Semiotik Umberto Ecos ein mehrdimensionales Modell literarästhetischer Urteilskompetenz (LUK) zur Erfassung literarischen Textverstehens entwickelt und empirisch geprüft. Die Befunde weisen darauf hin, dass sich das LUK-Konstrukt tatsächlich nicht nur theoretisch, sondern auch empirisch von einem eher informatorischen Textverstehen abgrenzen lässt. In weiteren Teilstudien sollen spezifische Determinanten identifiziert werden, um die Validität des Konstrukts auch aus einer längsschnittlichen Perspektive der Kompetenzentwicklung belegen zu können. Weitere Analysen zur differenziellen Validität sollen im Rahmen eines quasiexperimentellen Settings untersucht werden. Die bisherigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass es gelungen ist, eine theoretische und empirische Fundierung sowohl für die Lehr-Lernforschung als auch für die Evaluation der erreichten schulischen Ziele im Bereich der literarästhetischen Verstehenskompetenz zu entwickeln.
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. Thorsten Roick
- Institut für Erziehungswissenschaften
- Erziehungswissenschaftliche Methodenlehre
- Person
Prof. Dr. Petra Stanat
- Institut für Erziehungswissenschaften
- Lehr-Lernforschung, Förderung und Evaluation (Pädagogische Psychologie)