Machtverhältnisse im Biodiversitätsschutz analysieren und transformieren: Integration von Erkenntnissen aus sozialen Wandelbewegungen
Auf einen Blick
Lebenswissenschaften
DFG Sachbeihilfe Internationale Kooperation
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Projektbeschreibung
POWERSHIFT adressiert Biodiversitätsschutz und Wiederherstellung von Ökosystemen, indem Machtdynamiken als Hebel für transformativen Wandel in den Mittelpunkt gestellt werden. Machtverhältnisse bestimmen, wessen Stimmen Gewicht haben, wie Probleme gerahmt und welche Maßnahmen umgesetzt werden. Obwohl der Verlust der biologischen Vielfalt systemische Veränderungen erfordert, blenden viele Initiativen jene Machtdynamiken aus, die Wandel ermöglichen oder behindern. POWERSHIFT entwickelt daher einen „Strategieökosystem“-Ansatz, der Naturschutzbemühungen in einen breiteren strategischen Kontext einbettet und Rollen, Interaktionen und Hebelpunkte verschiedener Akteur*innen von lokal bis global sichtbar macht.
Ziel ist es zu verstehen, wie Macht innerhalb und zwischen Naturschutzinitiativen in kollaborativen Netzwerken wirkt, wie sie Ergebnisse prägt und wie sie genutzt werden kann, um bessere und gerechtere Strategien zu entwickeln. Das Projekt verbindet Soziologie, Ökologie und Politikwissenschaft, um handlungsorientiertes und politikrelevantes Wissen zu erzeugen, das dazu beitragen soll, den Biodiversitätsrückgang zu stoppen und umzukehren – in einem Rahmen, der Gerechtigkeit und Teilhabe betont.
Vier Arbeitspakete strukturieren das Vorhaben: AP1 analysiert Machtdynamiken auf lokaler Ebene, der Ebene einzelner Initiativen und in Netzwerken durch Akteurs- und Kontextanalysen, Feldforschung und Erhebungen. AP2 stärkt Strategien von Praktikerinnen durch transdisziplinäre Workshops, die Bewusstsein für Machtfragen schärfen und Szenarien zum Umgang mit Ungleichgewichten entwickeln. AP3 fördert kontinuierliches Lernen und adaptives Management durch reflexive Praxis, Kapazitätsaufbau für lokale Interventionen und den Einsatz von Action Learning Sets. AP4 bündelt die Erkenntnisse, bindet politische Entscheidungsträgerinnen ein und unterstützt transnationale Kooperationen.
Indem POWERSHIFT Machtdynamiken in lokalen Interventionen und über Netzwerke hinweg in den Fokus rückt, vertieft das Projekt das Verständnis dafür, wie Machtungleichgewichte verschoben werden können, um effektivere und inklusivere Naturschutzstrategien zu ermöglichen. Die reflexionsbasierte Methodik in Kombination mit transnationaler und transdisziplinärer Zusammenarbeit fördert den Austausch bewährter Praktiken und erhöht die Politikrelevanz sowie die Verbreitung nachhaltiger Ansätze – im Einklang mit dem Ziel, zu einer systemischen Transformation von Naturschutzbemühungen beizutragen.
Themen
Beteiligte Einrichtungen
Geographisches Institut
Anschrift
Alfred Rühl-Haus, Institutsgebäude, Rudower Chaussee 16, 12489 Berlin