Multiple Werte gegenüber Urbaner Wildsammlung
Auf einen Blick
Geographie
DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe)
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Projektbeschreibung
Städtische Initiativen haben ein großes Potenzial, um in verschiedenen Dimensionen Transformationen hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen anzustoßen. Das Sammeln von wildwachsenden Pflanzen – also das Pflücken von nicht oder kaum gepflegten Pflanzen und Pilzen in öffentlichen städtischen Grünflächen – spielt weltweit eine wichtige Rolle bei der Beschaffung und dem Verzehr von Lebensmitteln in Städten. Studien zu städtischen Ernährungssystemen haben sich jedoch bislang auf städtische Landwirtschaft und Gartenbau konzentriert, wodurch das Verständnis des Sammelns in städtischen Ernährungssystemen nach wie vor unzureichend ist. Es wird zusätzlich dadurch erschwert, dass es sich um ein informelles Phänomen handelt und städtische Sammler*innen eine heterogene Gruppe bilden und sich durch viefältige kulturelle Hintergründe auszeichnen Fallstudien haben gezeigt, dass unterschiedliche Wertesysteme und konkurrierende Interessen hinsichtlich der Nutzung öffentlicher städtischer Grünflächen zu Konflikten zwischen städtischen Sammler*innen, Grünflächenverwaltung und Bürger*innen führen können, was die Praxis des städtischen Sammelns innerhalb städtischer Ernährungssysteme beinträchtigt.
Diese Forschung zielt darauf ab, das Verständnis und die Anerkennung des Sammelns von wildwachsenden Pflanzen in Städten zu fördern und dessen Bedeutung im Zusammenhang mit dem Wandel städtischer Ernährungssysteme und Initiativen für essbare Städte in vier europäischen Städten zu untersuchen.
Die Forschungsziele sind:
a. die menschlichen und nicht-menschlichen Komponenten städtischer Sammellandschaften sowie deren Wechselwirkungen zu identifizieren;
b. die Werte zu ermitteln, die Sammler*innen in Bezug auf das Sammeln in der Stadt, Sammelorte und gesammelte Arten vertreten;
c. widersprüchliche Werte und Prioritäten hinsichtlich des Sammelns unter Stadtbewohnern zu untersuchen, darunter Sammler*innen, Nicht-Sammler*innen und Vertreter*innen öffentlicher Behörden;
d. praxistaugliches Wissen zu generieren, das die Harmonisierung widersprüchlicher Werte und Prioritäten in Bezug auf das Sammeln in öffentlichen städtischen Grünräumen unterstützt, um die Umgestaltung des Ernährungssystems hin zu „essbaren Städten“ voranzutreiben.
Methoden
Das Projekt kombiniert Assemblage-Ethnografie, Photovoice, kunstbasierte Fokusgruppen, die Q-Methodik, Online-Umfragen und Visionierungs-Workshops.
Es leistet einen innovativen Beitrag zum aktuellen Stand der Forschung, indem es: i) eine wertorientierte Perspektive einnimmt, um den Beitrag des städtischen Sammelns zum Wandel der Ernährungssysteme zu verstehen, ii) innovative visuelle, kunstbasierte und zukunftsorientierte Methoden anwendet, um neue Einblicke in das städtische Sammeln zu gewinnen, iii) partizipative und inklusive Ansätze nutzt, um Sammler*innen in Forschungsprozesse einzubeziehen, und iv) vergleichende Forschungsansätze in soziokulturell und geographisch vielfältigen europäischen Städten verfolgt.
Projektleitung
- Person
Dr. Axel Klie
- Servicezentrum Forschung (SZF)
Beteiligte Einrichtungen
Geographisches Institut
Anschrift
Alfred-Rühl-Haus, Rudower Chaussee 16, 12489 Berlin