Nature versus Normativity? Joining Historical and Contemporary Perspectives on Intentionality and Knowledge (Veranstaltung: 14.07.2011 - 15.07.2011, Berlin)

Auf einen Blick

Laufzeit
07/2011  – 07/2011
Förderung durch

DFG sonstige Programme DFG sonstige Programme

Projektbeschreibung

Der Differenz zwischen natürlich-kausaler Ordnung und normativ-begrifflicher Ordnung verdanken wir eine Reihe wichtiger philosophischer Unterscheidungen: etwa die zwischen Erklären und Verstehen, Ursachen und Gründen, Tatsachen und Werten, Determination und Freiheit. Diese scheinbar klare Demarkationslinie führt aber immer wieder in Schwierigkeiten, die insbesondere infolge der Naturalisierungsversuche in der gegenwärtigen Philosophie des Geistes und der Epistemologie offenbar werden: Ist unsere Bezugnahme auf Gegenstände in der Welt wesentlich durch Faktoren bestimmt, die im Rekurs auf natürliche Eigenschaften und natürliche Gesetzmäßigkeiten zu erklären sind? Oder spielen hier sozial verankerte Normen die entscheidende Rolle? Die Unterscheidung zwischen Natur und Normativität, für deren Etablierung man sich gern auf die frühneuzeitliche Philosophie beruft, ist offenkundig ebenso vertraut wie vertrackt. Sie ist in jüngster Zeit zwar immer wieder in Frage gestellt worden (prominenterweise von J. McDowell), wird aber immer noch als eine leitende Differenz zwischen disparat anmutenden Zugängen herangezogen. Doch auf welchen Begriffen von Natur und Normativität beruht sie? In welchen Diskussionskontexten ist sie entstanden? Wie hat sie sich entwickelt? Mit welchen Gründen wurde und wird sie gerechtfertigt? Diese bislang kaum untersuchten Leitfragen bilden den Ausgangspunkt für die geplante Tagung, die ihrerseits Auftakt für eine Reihe von kooperativen Studien zu diesem Themengebiet sein soll.