Non-textual marking systems, writing and pseudo script from prehistory to present times (Veranstaltung: 17.12.-19.12.07, Berlin)
Auf einen Blick
Fritz Thyssen Stiftung
Projektbeschreibung
<p>Gegenstand der internationalen und interdisziplinären Konferenz Non-textual marking systems, writing and pseudo script from prehistory to present times sind Gefäßmarken, Steinmetzzeichen, Meistermarken, Brandzeichen, Siegel, Tags und andere graphische Symbolsysteme, deren Elemente sich nicht auf sprachliche Einheiten beziehen und keine Texte konstituieren. Derartige Systeme sind ein in unterschiedlichen Kulturen und Zeitepochen zu beobachtendes Phänomen und verfügen über das gemeinsame Merkmal, dass sie die markierten Objekte direkt mit einer Person, einer Gruppe von Personen, einer Institution, Werkstatt oder Lokalität verknüpfen. Bei den zugrundeliegenden Relationen handelt es sich in der Regel um solche, die Eigentum, (faktischen oder symbolischen) Besitz, Verantwortlichkeit, Zugehörigkeit, Urheber oder Erzeugerschaft betreffen. Die verwendeten Marken weisen zwar zuweilen signifikante Ähnlichkeit mit Elementen von Schriftsystemen auf, können mit solchen formal identisch und manchmal sogar lesbar sein, treten aber nicht selten auch gänzlich unabhängig von Schrift auf. Sie können von Personenkreisen verwendet werden, die über keine Kenntnis der in der entsprechenden Gemeinschaft verwendeten Schrift verfügen, und erscheinen auch in schriftlosen Kulturen.</p>
<p>Internationale und interdisziplinäre Konferenz über Gefäßmarken, Steinmetzzeichen, Meistermarken, Brandzeichen, Siegel, Tags und andere graphische Symbolsysteme, deren Elemente sich nicht auf sprachliche Einheiten beziehen und keine Texte konstituieren. Derartige Systeme sind ein in unterschiedlichen Kulturen und Zeitepochen zu beobachtendes Phänomen und verfügen über das gemeinsame Merkmal, dass sie die markierten Objekte direkt mit einer Person, einer Gruppe von Personen, einer Institution, Werkstatt oder Lokalität verknüpfen. Bei den zugrundeliegenden Relationen handelt es sich in der Regel um solche, die Eigentum, (faktischen oder symbolischen) Besitz, Verantwortlichkeit, Zugehörigkeit, Urheber oder Erzeugerschaft betreffen. Die verwendeten Marken weisen zwar zuweilen signifikante Ähnlichkeit mit Elementen von Schriftsystemen auf, können mit solchen formal identisch und manchmal sogar lesbar sein, treten aber nicht selten auch gänzlich unabhängig von Schrift auf. Sie können von Personenkreisen verwendet werden, die über keine Kenntnis der in der entsprechenden Gemeinschaft verwendeten Schrift verfügen, und erscheinen auch in schriftlosen Kulturen.</p>
<p>Anders als eine Schrift umfassen non-textual marking systems kein systematisches Regelwerk, das die Beziehungen zwischen graphischen Zeichen und sprachlichen Elementen definiert, und sind infolgedessen nicht geeignet, beliebige sprachliche Äußerungen wiederzugeben. Während sie dieses Charakteristikum mit Pseudoschriften - beispielsweise Trugschriften auf Münzen, exotische Schriften als Textildekoration, kindliches Pseudoschreiben - teilen, unterscheiden sie sich von jenen insbesondere in der Funktion - und darin, dass sie die Existenz von Schrift nicht voraussetzen.</p>
<p>Die einzelnen Beiträge behandelten ein breites Spektrum nicht-textueller Markierungssysteme aus einer kulturübergreifenden Perspektive, nahmen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Systemen in den Blick und zielten insbesondere darauf ab, die Funktionen derartiger Informationssysteme im Spannungsfeld zwischen Schriftsystemen und Pseudoschriften zu erfassen.</p>
<p>Die einzelnen Beiträge werden das breite Spektrum nicht-textueller Markierungssysteme aus einer kulturübergreifenden Perspektive behandeln, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den einzelnen Systemen in den Blick nehmen und insbesondere darauf abzielen, die Funktionen derartiger Informationssysteme im Spannungsfeld zwischen Schriftsystemen und Pseudoschriften zu erfassen.</p>