SFB 1265/3: Das städtebauliche Mikroklimaregime: Wie elementare Kräfte städtische Klimaanpassungspolitiken prägen (TP C05)
Auf einen Blick
Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Ethnologie und Europäische Ethnologie
DFG Sonderforschungsbereich
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Projektbeschreibung
Das Projekt untersucht die Refiguration städtischer Räume im Kontext der Implementierung von Klimaanpassungsmaßnahmen, insbesondere durch sogenannte naturbasierte Lösungen. Der Fokus liegt auf der genealogischen und qualitativen Analyse der Erfassung, Mobilisierung und Politisierung materieller Elemente wie Luft, Wasser und Sonnenstrahlung. Ziel ist es, den aktuellen Diskurs zu naturbasierten Lösungen kritisch zu hinterfragen und die Spezifik dessen, was als „elementarer Urbanismus“ (Farías & Kemmer, 2024) bezeichnet wird, herauszuarbeiten. In der vorangegangenen Förderphase wurden anhand zweier Fallstudien – Stuttgart und Fukuoka – die historischen und gegenwärtigen Formen des konvektiven Managements von Wärme erforscht. Dabei wurde untersucht, wie Wind, frische Luft und Ventilation auf Stadtebene (z. B. Kaltluftschneisen in Stuttgart) und auf Körperebene (z. B. Hi-Tech-Textilien in Japan) organisiert werden. In der abschließenden Förderphase wird diese Perspektive auf zwei weitere Formen elementaren Urbanismus erweitert: die Klimaanpassung durch Schatteninfrastrukturen und durch den Bau einer sogenannten Schwammstadt. Diese policy assemblages werden in Städten untersucht, die historisch und aktuell zentrale Orte für ihre Entwicklung darstellen. Die Datenerhebung erfolgt durch halbstrukturierte Interviews mit Akteuren insbesondere aus den Umweltwissenschaften, der Planung und Architektur sowie durch eine umfassende Dokumentenanalyse. Die Forschungsfragen, die die abschließende Förderphase strukturieren, lauten: (i) Wie werden elementare Kräfte in aktuellen städtebaulichen Ansätzen und Techniken zur Klimaanpassung mobilisiert und in städtische Infrastrukturen integriert? (ii) Wie refigurieren „elementare Lösungen“ städtische Räume, sowohl konzeptionell als auch materiell, indem sie bestehende Raumkonfigurationen problematisieren und transformieren? (iii) Welche genealogischen Ordnungen und translokalen Zirkulationen sind mit diesen „elementaren Lösungen“ verbunden, insbesondere in Bezug auf die Interaktion zwischen Umweltwissenschaften und Stadtpolitik? Die erwarteten Ergebnisse des Teilprojekts umfassen eine differenzierte Analyse des städtebaulichen Mikroklimaregime. Durch die vergleichende Untersuchung der Elemente Luft, Wasser und Schatten wird der Diskurs um naturbasierte Lösungen kritisch erweitert, indem die Spezifik der mobilisierten Elemente und die damit verbundenen Raumfiguren vertieft untersucht werden. Das Projekt strebt eine enge Zusammenarbeit mit stadtpolitischen Akteuren an – insbesondere aus den Bereichen Planung und Architektur –, um die Relevanz und Anschlussfähigkeit der gewonnenen Erkenntnisse für die Praxis der urbanen Klimaanpassung zu fördern und praxisorientierte Impulse für zukünftige Planungen zu liefern.
Ziele für nachhaltige Entwicklung (Vereinte Nationen)
Beteiligte Einrichtungen
Institut für Europäische Ethnologie
Anschrift
Institutsgebäude, Anton-Wilhelm-Amo-Straße 40/41, 10117 BerlinAllgemeiner KontaktTel.: +49 30 2093-70840