SFB 1412/2: Register: Situationelle und funktionale Aspekte sprachlichen Wissens

Auf einen Blick

Laufzeit
01/2024  – 12/2027
DFG-Fachsystematik

Einzelsprachenwissenschaften, Historische Linguistik

Angewandte Sprachwissenschaften, Computerlinguistik

Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen

Sprachwissenschaften

Förderung durch

DFG Sonderforschungsbereich DFG Sonderforschungsbereich

Projektbeschreibung

Der SFB 1412 Register: Situationelle und funktionale Aspekte sprachlichen Wissens untersucht Aspekte des Registerwissens von Sprecher:innen einer Sprache. Kompetente Sprecher:innen können ihr sprachliches Handeln auf jeder Ebene an die jeweilige Situation anpassen: Von situationalen und funktionalen Parametern wie bspw. dem Zweck eines Gesprächs, der Beziehung zwischen Sprecherin und Hörer oder dem Modus hängt ab, ob Mutter oder Mutti angemessen ist, wie komplex Sätze sind, wie Metaphern verwendet werden oder sogar ob Verben in der ersten Person Singular mit Schwa (ich lache) realisiert werden oder ohne (ich lach). In mehrsprachigen Situationen können situationale Parameter die Wahl der Sprache beeinflussen. Wir untersuchen demnach intraindividuelle sprachliche Variation. In der ersten Phase unseres SFB haben wir anhand von Korpusstudien und experimentellen Untersuchungen detailliert zeigen können, wie genau Unterschiede in den Parametern sprachliche Phänomene beeinflussen. Darauf aufbauend wollen wir in der zweiten Phase Registervariation in linguistische Modelle zu Grammatik, Sprachgebrauch, Spracherwerb und Sprachwandel integrieren. Einiges Registerwissen wird früh erworben – schon relativ junge Kinder passen ihr sprachliches Verhalten an verschiedene Situationen an – und gleichzeitig verändert und erweitert sich Registerwissen (insbesondere, aber nicht nur für formelle Register) über die Lebenszeit. Um sich selbst registerangemessen verhalten und registerangemessenes Verhalten verstehen zu können, müssen Sprecher:innen zum einen wissen, welche Alternativen (Mutter/Mutti, gegen acht/7:49 Uhr) zur Verfügung stehen, und zum anderen verstehen, welche Situationsparameter (Umgebungseigenschaften, Eigenschaften des Gegenübers, Zweck der Interaktion etc.) welche Alternative bevorzugen. Beide Aspekte können sich über die Zeit ändern, so dass Register auch als ein wesentlicher Faktor im Sprachwandel angesehen werden muss. Der SFB modelliert deshalb Aspekte linguistischen Registerwissens, zusammen mit grammatischem Wissen, auf allen grammatischen Ebenen und in diversen Sprachen und Sprachstufen. Dabei integrieren wir verbale Modelle, formale Modelle und statistische Modelle.

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Beteiligte Einrichtungen

Teilprojekte