SFB 1412/2: Registermarkierung durch nicht-wörtliche Ausdrücke im Deutschen (TP A01)

Auf einen Blick

Laufzeit
01/2024  – 12/2027
DFG-Fachsystematik

Sprachwissenschaften

Förderung durch

DFG Sonderforschungsbereich DFG Sonderforschungsbereich

Projektbeschreibung

Als Teil von Bereich A untersuchen wir die Wechselbeziehung zwischen Registerwissen und Grammatik (Frage QA),
in unserem Fall zwischen Register und Pragmatik, wie sie sich in der Verwendung und Interpretation nicht-wörtlicher Ausdrücke (NLEs) zeigt. Wir erweitern die Perspektive von Phase I von Metaphern und Metonymien auf z. B. rhetorische Fragen, Ironie und indirekte Sprechakte und beziehen neue mündliche Textarten ein. Die Untersuchung, wie semantische Alternativen wie die Wahl von NLEs gegenüber alternativen wörtlichen Ausdrücken für Registerzwecke eingesetzt werden, befasst sich mit der Frage QAi. Wir wollen den Einfluss des Registers auf die Wahl von NLE in Form von Variablen modellieren, die in probabilistische Modelle der pragmatischen Bedeutungsanreicherung integriert werden können, die NLE einschließen (QAii und QAiii). Für die Erfassung der relevanten Daten aus linguistischen Korpora werden wir neue Wege der NLE-Erkennung in Korpora
durch Deep Learning erforschen. Dies wird zu QAi beitragen, indem es ausreichende Daten für unsere Erforschung der NLE-Verwendung in verschiedenen Registern sicherstellt und eine Modellierung des Registers und seiner Auswirkungen auf die Grammatik selbst darstellt (QAiii). Unsere Modellierung ist in beiden Bedeutungen des in Abschnitt 1 verwendeten Begriffs statistisch: Wir stellen die Wechselbeziehung zwischen Registerwissen und NLE probabilistisch dar und geben unsere Ergebnisse in Form von Variablen für Modelle der Bayes'schen Pragmatik und in Form von Deep-Learning-Modellen wieder. Zunächst werden wir die gesamte Bandbreite der NLEs in unserem Korpus von sechs Textarten, das wir in Phase I zusammengestellt haben (Egg & Kordoni, 2022, angenommen). Gleichzeitig werden wir die Anzahl der potenziell registerrelevanten NLEs erheblich erweitern, indem wir eine Gruppe von „konventionalisierten” Metaphern identifizieren, die als zusätzliche Registermarker verwendet werden können, und durch eine feinere Analyse metaphorischer Mehrwortausdrücke. Da sich der mündliche Diskurs in der ersten Phase als sehr interessantes, aber noch wenig untersuchtes Phänomen herausgestellt hat (im Hinblick auf
unseren Registeransatz), werden wir in einem zweiten Schritt das Korpus um eine größere Vielfalt mündlicher
Dialoge erweitern, z. B. Verkaufsgespräche oder mündliche Prüfungen, wobei wir auf Transkripte des FOLK-Korpus aus der Datenbank Gesprochenes Deutsch (Schmidt, 2014) zurückgreifen werden.
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