SFB 632 I: Informationsstruktur: Die Interaktion von Informationsstruktur und Grammatik im Gur und Kwa (Teilprojekt B 1)

Auf einen Blick

Laufzeit
07/2003  – 06/2007
Förderung durch

DFG Sonderforschungsbereich DFG Sonderforschungsbereich

Projektbeschreibung

Im Rahmen der Erforschung der Diverstität informationsstruktureller Ausdrucksmittel durch den SFB widmet sich dieses Projekt dem Phänomen Fokus in Gur- und Kwasprachen. Die Ausprägung der universellen pragmatischen Kategorie Fokus bezüglich ihrer Ausdrucksseiten und Funktionen wird auf der Grundlage neuer Daten aus zwei genetisch verwandten und benachbarten Sprachgruppen untersucht werden. Primäre Aufgabe ist es, auf der Grundlage eigener Datenerhebungen einen Katalog aller sprachlichen Mittel, die zum Ausdruck von Fokus genutzt werden, in den ausgewählten Sprachen zu erarbeiten und der Beziehung zwischen Form und Funktion von Fokus nachzugehen. Sprachübergreifend sollen die informationsstrukturell relevanten semantisch/pragmatischen Merkmale abstrahiert werden, mit dem Ziel, eine Fokustypologie der Gur- und Kwasprachen zu entwickeln. Der synchrone Vergleich verwandter Sprachen/Dialekte wird dazu dienen, die Grammatikalisierungswege einzelner Fokusstrukturen nachzuzeichnen und diese ggfs. auf typologische Abhängigkeiten oder areale Phänomene zu beziehen. Die generelle Aufdeckung sprachtypologischer sowie arealer Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fokusmarkierung in den Gur- und Kwasprachen, die sich auf einem Kontinuum, dessen Extreme den isolierenden bzw. agglutinierenden sprachtyp verkörpern, verorten lassen, ist ein entscheidendes Anliegen des Projekts. Die Ergebnisse der Untersuchung zur Gur- und Kwasprachen tragen zu einer der Hauptaufgaben des SFB - der Erstellung einer Fokustypologie - bei, indem Daten aus typologisch unterschiedlichen Sprachen berücksichtigt werden. Unsere Analyse des Phänomens Fokus beruht im Wesentlichen auf im Rahmen von Feldforschung erhobenen mündlichen Daten und hebt sich in methodischer Hinsicht von den rein theoretisch und den im Wesentlichen experimentell arbeitenden Projekten ab. Die Erhebung unserer Daten sowie die Verschiedenartigkeit der sprachlichen Struktur der von uns untersuchten Sprachen stellen spezielle Anforderungen an das zentrale Questionnaire (D2); das in ständiger Wechselwirkung zwischen Empirie und Theoriebildung zu optimieren ist.

Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. sc. phil. Brigitte Reineke

    • Sonderforschungsbereiche Beteiligungen