SFB 644/1-2: Heil und Körper: Transformation des Umgangs mit dem Körper (TP A 02)

Auf einen Blick

Laufzeit
01/2005  – 12/2016
Förderung durch

DFG Sonderforschungsbereich DFG Sonderforschungsbereich

Projektbeschreibung

In der Spätantike sowie im byzantinischen Mittelalter lassen sich besondere Formen des Umgangs mit dem eigenen Körper finden. Äußerste Grenze war sicherlich die partielle oder totale Vernichtung des Körpers im Martyrium. Aber auch die spätantiken und mittelalterlichen Asketinnen und Asketen beeinträchtigten ihr körperliches Wohlbefinden auf vielfältige Weise, indem sie sich des Essens, Trinkens und Schlafens für möglichst lange Zeit enthielten, stundenlang gebückt standen, um sich zur Demut zu ermahnen, oder sich bis zu tausendmal am Tag verneigten, schlecht kleideten oder gänzlich nackt umherliefen. Diese und ähnliche Praktiken und Techniken des Umgangs mit dem Körper stehen im Zentrum des Interesses des Projekts Körper und Heil. In ihm sollen anhand literarischer Quellen unter Berücksichtigung archäologischen Materials zwei große Transformationsprozesse untersucht werden, zum einen die Transformation der pagan-antiken Umgangsweisen mit dem Körper im vor- und nachkonstantinischen Christentum, zum anderen die der spätantiken Umgangsweisen in der mittelbyzantinischen Epoche. Folgende Fragen sollen dabei u.a. berücksichtigt werden: Welche Praktiken und Techniken des Umgangs mit dem Körper gibt es und nach welchen Typologien lassen sie sich ordnen? Welchen werbenden oder abschreckenden Eindruck macht entsprechendes Verhalten in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten in der Antike? Werden pagane Praktiken und Techniken transformiert? Inwieweit kann das untersuchte Phänomen Aufschluss über Mechanismen des allgemeinen Transformationsprozesses der paganen in die christliche Antike bzw. das Frühmittelalter geben? Ziele sind die Publikation eines Quellenkorpus der relevanten Texte in griechischer und lateinischer Sprache mit einer Übersetzung ins Deutsche sowie die Diskussion der Forschungsergebnisse im Rahmen einer interdisziplinären Tagung (Body and Salvation). Schließlich sollen die Ergebnisse auch in monographischer Form publiziert werden.

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Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. Dres. h. c. Christoph Markschies

    • Theologische Fakultät
    • Antike Christentumsgeschichte