SFB 649 I: Einheitswurzel- und Kointegrationsmethodik (Teilprojekt C 2)
Auf einen Blick
DFG Sonderforschungsbereich
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Projektbeschreibung
<p>Einheitswurzel- und Kointegrationsmethoden haben sich innerhalb der letzten Dekade als nützlich für die empirische Analyse makroökonomischer Risiken erwiesen. So kann man aus den Integrations- und Kointegrationseigenschaften ökonomischer Variablen Rückschlüsse auf die Auswirkungen von gesamtwirtschaftlichen Schwankungen und Schocks ziehen. Für die Wirksamkeit verschiedener Geldpolitiken ist es z.B. entscheidend, ob zwischen monetären und makroökonomischen Variablen ein langfristiges stabiles Gleichgewicht besteht. Folglich ist das Testen auf Einheitswurzeln und Kointegration sowie die Berücksichtigung der Integrations- und Kointegrationseigenschaften bei der Modellspezifikation und -analyse notwendig, um die Wirkungszusammenhänge zwischen ökonomischen Variablen adäquat abbilden zu können. Wir werden daher in diesem Bereich an methodischen Weiterentwicklungen arbeiten, die eine verbesserte makroökonomische Risikoabschätzung ermöglichen. Unser Projekt umfasst die folgenden Schwerpunkte:</p>
<p>Einheitswurzel- und Kointegrationstests. Das Auftreten von Strukturbrüchen hat bedeutsame Implikationen für die statistische Validität von Einheitswurzel- und Kointegrationstests sowie für die ökonomische Interpretation der entsprechenden Testergebnisse. Deshalb streben wir die Modellierung von flexiblen Formen von strukturellen Veränderungen und von mehreren Strukturbrüchen in diesem Zusammenhang an.</p>
<p>Modellspezifikation und -reduktion. Vektorautoregressive (VAR-) und Fehlerkorrektur (VEC)-Modelle gehen verschwenderisch mit der Anzahl der zu schätzenden Parameter um. Daher werden in diesem Projektteil statistische Verfahren zur Modellspezifikation und -reduktion untersucht und deren Eigenschaften hinsichtlich einer möglichen Verbesserung der Prognosegüte und der Inferenz für Impuls-Antwort-Folgen (IAF) analysiert.</p>
<p>Strukturelle VEC-Modelle. Die dynamischen Beziehungen zwischen den Variablen eines VEC-Modells werden mit Hilfe von Impuls-Antworten abgebildet. Um eine ökonomische Interpretation zu ermöglichen, sind identifizierende Annahmen über die Wirkungen von Schocks notwendig. Das Zusammenspiel zwischen strukturellen Restriktionen zur Identifikation von IAFs einerseits und Kointegrationsrestriktionen andererseits wird derzeit in vielen Anwendungen nicht berücksichtigt und soll ausführlich in diesem Projektteil untersucht werden.</p>
<p>Benutzerfreundliche Software. Wir arbeiten an der Weiterentwicklung des Software-Frameworks JStatCom, mit dem ökonometrische Methoden basierend auf GAUSS-, Ox- und Matlabprogrammen effizient mit einer leistungsfähigen grafischen Benutzeroberfläche ausgestattet werden können. JStatCom ermöglicht es so, neue statistische Methoden einfach und zeitnah verschiedenen Anwendern zur Verfügung zu stellen.</p>
Projektleitung
- Person
Dr. rer. pol. Ralf Brüggemann
- Humboldt-Universität
- Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät