Sozialhilfe in Frage gestellt: Auffassungen von sozialer Absicherung in Deutschland und Italien

Auf einen Blick

Laufzeit
11/2025  – 04/2027
DFG-Fachsystematik

Ethnologie und Europäische Ethnologie

Förderung durch

Volkswagen Stiftung Volkswagen Stiftung

Projektbeschreibung

Das Projekt betrachtet Sozialhilfe als einen umstrittenen Knotenpunkt, an dem verschiedene Spannungen zusammenlaufen. Angesichts der zunehmenden Sichtbarkeit sowohl von Migranten als auch von rechtsextremen Gruppen in der politischen Landschaft des (post-)kolonialen Europas zielt das Projekt darauf ab, ihre Erfahrungen, Vorstellungen und Praktiken „für“ und „rund um“ Sozialhilfe zu analysieren und zu untersuchen, wie ihr Basisaktivismus unterschiedlich auf die universelle Forderung nach sozialer Absicherung reagiert. Auf diese Weise wollen wir eine Reihe grundlegender Fragen zu Verdiensten, Solidarität und neu entstehenden Bildern und Beziehungen zum Nationalstaat bzw. zu Nationalstaaten beleuchten. Das Projekt befasst sich auch mit der Rolle, den Meinungen und den täglichen Praktiken von Sozialarbeitern als Personen, die die institutionelle Sozialhilfe verwalten und manchmal beiden Gruppen angehören können. Die Neuheit des Projekts besteht darin, dass es sich mit Themen befasst, 1) die in der Literatur zur Sozialfürsorge selten berücksichtigt werden, 2) deren Ansichten und Erfahrungen nicht verglichen werden, 3) die oft in marginalisierten und wirtschaftlich unterversorgten städtischen Gebieten, hier als städtische Randgebiete definiert, koexistieren. Auf der Grundlage empirischer Daten, die mit ethnografischen Methoden in Italien und Deutschland, insbesondere in vier mittelgroßen Städten, erhoben wurden, zielt dieses Projekt darauf ab, einen theoretischen Rahmen zu entwickeln, um die Komplexität der Sozialfürsorge zu untersuchen und neue Forschungsstränge zur Zukunft der Sozialfürsorge zu erschließen.

Beteiligte Einrichtungen