Symposium zu Dynamiken des familialen Wandels und politischer Gestaltung in Deutschland (Veranstaltung: 07.07.2011, Berlin)
Auf einen Blick
Robert-Bosch-Stiftung
Projektbeschreibung
Ziel des Symposiums ist es, mit einflussreichen Akteuren aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik über den familialen Wandel und Zukunftsperspektiven politischer Gestaltung in Deutschland zu diskutieren. Das Symposium wird anlässlich des 65. Geburtstags von Prof. Hans Bertram organisiert.
Wie nur wenige Wissenschaftler in Deutschland hat Hans Bertram über einen langen Zeitraum Wissenschaft mit Politikberatung verbunden. Dabei war er an zentralen familienpolitischen Debatten der letzten Jahrzehnte beteiligt und hat einige davon maßgeblich mitgeprägt. Umgekehrt hat er bei seiner soziologischen Forschung wie zur Sozialisation, Regionalisierung, Familiendynamik oder dem Kindeswohl nicht nur Impulse für die Wissenschaft gegeben, son-dern auch seine gesellschaftlichen und politischen Schlussfolgerungen formuliert.
Auch wenn die Funktionslogiken in der Wissenschaft anders sind als in der Politik oder in den Medien, so sind doch alle diese Bereiche mit dem weitreichenden Wandel der familialen Lebensformen und der strukturellen Rahmenbedingungen konfrontiert. Um im Ergebnis Verbesserungen für Familien zu erreichen, können alle drei Funktionsbereiche ihren genuinen Beitrag leisten, jedoch ist dazu eine Kombination erforderlich. Politik ist auf Medien angewiesen, um die Öffentlichkeit zu überzeugen; Wissenschaft ist auf Medien und den direkten Zugang zu politischen Akteuren angewiesen, damit Erkenntnisse wahrgenommen werden; andererseits benötigen Medien und Politik wissenschaftlich fundierte Informationen. Wissenschaft benötigt Mittel und Unterstützung von der Politik, aber auch von Stiftungen, manche Forschung ist ohne politische Drittmittelprojekte kaum realisierbar. Wissenschaftliche Ergebnisse können hochgradig politisch sein – Beispiele sind soziale Ungleichheit, Demografie, der Politik-Fertilität-Nexus und die PISA-Studien – und im politischen Sektor ist (gute) wissenschaftliche Beratung unerlässlich.
Im Rahmen des Symposiums werden Fragen, wie: welche Funktionslogiken bei der Zusammenarbeit beachtet werden müssen oder welches Timing den verschiedenen Prozessen unterliegt, diskutiert. Zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen, öffentlichen Diskursen und politischem Wandel gibt es erhebliche Parallelen und Interaktionen. Dieses wird anhand einzelner Beispiele aus den letzten drei Jahrzehnten in Deutschland, wie der Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes oder der Einführung des Elterngeldes analysiert. Dabei kommen Akteure aus Wissenschaft und Politik zu Wort, die die Innenansicht dieser Prozesse kennen und ein Stück weit gestaltet haben. Aufgrund dieser Diskussionen soll ein Blick auf die zukünftige Entwicklung der Familienpolitik gewagt werden.
Projektleitung
- Person
Dr. rer. soc. Marina Hennig
- Mikrosoziologie