Untersuchung demonstrativer und indexialischer Ansätze zu Analyse phänomenaler Begriffe mit Ausarbeitung eines modifizierten Ansatzes
Auf einen Blick
DFG Eigene Stelle (Sachbeihilfe)
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Projektbeschreibung
Die Erklärung des Zusammenhangs von Geist und Gehirn, wie sie seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts intensiver als je zuvor betrieben wird, bildet ohne Zweifel einen der Dreh- und Angelpunkte, wenn es darum geht, eine umfassende Theorie des Geistes zu entwickeln, menschliches Handeln zu verstehen und zu erklären oder – ganz allgemein - Aussagen zu einem zeitgemäßen, wissenschaftlich fundierten Bild des Menschen zu machen. Das 20. Jahrhundert hat jedoch auch die Probleme bisheriger Erklärungsansätze deutlich werden lassen. Zu den Schwierigkeiten vor denen bisherige Erklärungsansätze stehen, gehört unter anderem die Erklärung des phänomenalen Bewusstseins, die Erklärung der spezifischen Qualität mit der Erlebnisse in der Perspektive der ersten Person verbunden sind. Man kann aus den hier bislang bestehenden Schwierigkeiten vielerlei Konsequenzen ziehen. Etwa dass die Annahme, der menschliche Geist sei im weitesten Sinne physikalisch erklärbar, doch falsch sein müsse, oder dass der naturwissenschaftliche Blick auf die Welt grundsätzlich verfehlt sei und vieles andere mehr.
In diesem Projekt jedoch soll ein anderer Weg beschritten werden. Zu den Ausgangspunkten des Projektes gehört die Annahme, dass die bislang bestehenden Schwierigkeiten bei der Erklärung des menschlichen Geistes und dem phänomenalen Bewusstsein im Besonderen, ganz wesentlich mit den begrifflichen und theoretischen Voraussetzungen zu tun haben, die in bisherige Erklärungsansätze einfließen. Dass phänomenales Bewusstsein, wie es auch das menschliche Handeln begleitet, bislang so schlecht erklärt werden kann, hätte demnach auch mit den Begriffen zu tun, mit denen wir uns auf das Phänomen beziehen. Phänomenale Begriffe unterscheiden sich womöglich in einem wichtigen Punkt von den deskriptiven Begriffen wie sie u.a. auch in empirisch gestützten Theorien Verwendung finden. In den letzten 15-20 Jahren wurden verschiedene Vorschläge zur Analyse phänomenaler Begriffe entwickelt, die auf demonstrative begriffliche Elemente zurückgreifen (u.a. von K. Balog, J. Levin, B. Loar, J. Perry und M. Tye). Ziel dieses Projektes ist die Ausarbeitung eines Ansatzes zur Analyse phänomenaler Begriffe, der im Sinne eines Hybridansatzes phänomenale Begriffe sowohl mit Hilfe indexikalischer Bestandteile analysiert, als auch mit Hilfe von deskriptiv erfassbaren kennzeichnenden Merkmalen.
Projektleitung
- Person
Dr. Bettina Walde
- Institut für Philosophie
- Logik / Sprachphilosophie