Verarbeitung pragmatischer und prosodischer Information in transaktionalen Diskursen bei Kindern und Erwachsenen: Untersuchungen mit ereigniskorrelierten Potentialen und Pupillometrie

Auf einen Blick

Laufzeit
05/2007  – 08/2009
Förderung durch

DFG Sachbeihilfe DFG Sachbeihilfe

Projektbeschreibung

Erwerb und Beherrschung der Muttersprache durch Heranwachsende sind zentral für die erfolgreiche Bewältigung schulischer Anforderungen und den späteren beruflichen Werdegang. Gesprochene Dialoge zwischen zwei oder mehreren Gesprächspartnern sind die häufigste und wichtigste Form zwischenmenschlicher Kommunikation. Im Gegensatz zu geschriebener Sprache beinhalten sie zusätzlich prosodische Information. Das Projekt thematisiert die dialoggebundene Verarbeitung pragmatischer und prosodischer Information bei Heranwachsenden im Alter von 5, 8 und 12 Jahren. Die verwendeten kindgerechten Dialoge weisen unterschiedliche kontextuell-pragmatisch festgelegte Informationszentren auf, die sich in der Prosodie der Dialoge entweder adäquat oder inadäquat widerspiegeln. Die Fähigkeit, zentrale dialoggebundene Information unabhängig von der prosodischen Realisierung zu extrahieren, entwickelt sich erst mit zunehmendem Lebensalter. Dieser Entwicklungsverlauf soll mit Hilfe neurophysiologischer Methoden (EEG, Pupillometrie) bestimmt werden. Vermutet wird zunächst eine rein prosodische Interpretation der Dialoge (5 Jahre), die zunehmend durch die Interpretation von Neuinformation anhand von Vorwissen abgelöst wird (8 Jahre). Erst im Alter von 12 Jahren zeigen Kinder ein erwachsenenähnliches Muster der Dialogverarbeitung, d.h. der pragmatische Informationsfokus steht sowohl bei der Interpretation von neuer als auch von korrigierter Information im Vordergrund.

Projektleitung

  • Person

    Prof. Dr. sc. nat. Elke van der Meer

    • Kognitive Psychologie