Verbesserung von Entscheidungen in Kleingruppen: Effekte von Dissens und Trainingsinterventionen

Auf einen Blick

Laufzeit
06/2004  – 12/2005

Projektbeschreibung

Bei Gruppenentscheidungen erhalten geteilte Informationen häufig mehr Gewicht als ungeteilte Informationen (Geteiltheitsverzerrung). Zudem halten die Mitglieder an ihren anfänglichen Präferenzen fest (Präferenzverzerrung). In einem Experiment wurden beide Verzerrungen gleichzeitig auf der Gruppenebene (Kommunikation von Informationen und Präferenzen) und auf der Individualebene (Evaluation von Informationen) analysiert. Zwei Trainingsinterventionen wurden evaluiert, bei denen jeweils eine der beiden Verzerrungen erläutert und über eine Gruppenübung veranschaulicht wurden. Die Interventionen erhöhten die Menge diskutierter Informationen und reduzierten den Präferenzbias, hatten aber keine Effekte auf die Entscheidungsqualität. Dissens (unterschiedliche Anfangspräferenzen) erhöhte die Präferenzverzerrung beim Informationsaustausch, reduzierte sie jedoch bei der individuellen Informationsbewertung und verbesserte die Entscheidungsqualität, wenn keine Intervention durchgeführt wurde. Entscheidungsqualität korrelierte mit Prozessen auf der Individualebene, nicht aber mit Prozessen auf der Gruppenebene.