Wissenschaft und Politik im Kalten Krieg. Das Erbe des OSS, die Entwicklung der social sciences und die Formierung politischen Wissens in den USA nach 1941
Auf einen Blick
DFG Sachbeihilfe
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Projektbeschreibung
<p>Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Bedeutung des Kriegseinsatzes 1941 bis 1945 von amerikanischen und aus dem deutschsprachigen Raum in die USA emigrierten Wissenschaftlern für die Entwicklung der Sozialwissenschaften und die Beziehung von Wissen und Politik in den Jahren des Kalten Krieges. Gleichermaßen werden Netzwerkbildung, institutionelle Verankerung, Ausformung und Neuausrichtung disziplinärer Felder sowie die politischen Rahmenbedingungen untersucht. Damit soll ein am methodischen Leitbild einer Synthese von wissenschaftsgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen und politikgeschichtlichen Ansätzen orientierter Beitrag zur komparativen Erforschung von Wissenschaftskulturen im 20. Jahrhundert geleistet werden.</p>
<p>Die vierziger Jahre werden dabei als Umbruchsphase und Geburtsstunde wissenschaftsgeschichtlicher Entwicklungen begriffen. Interdisziplinär organisierte Regionalwissenschaften gehören zum Erbe des Einsatzes dieser Wissenschaftler im Kriegsgeheimdienst der USA, was sich in der disziplinübergreifenden Untersuchung widerspiegelt. Eine transnationale Perspektive ist angestrebt, die dem Einfluss deutschsprachiger Emigranten, der Rolle des Deutschland-Wissens als Experimentierfeld der neuen Methoden und den teilweise durch Remigranten vermittelten Rückwirkungen auf die deutsche Wissenschaft der Nachkriegszeit Beachtung schenkt.</p>
<p>Diese Bereiche werden verknüpft durch eine strukturelle Untersuchung der Wissenschaftskultur und auf einzelne Gelehrte fokussierte Fallstudien. Auf einer umfangreichen Quellenbasis, die institutionelle Archivalien sowie Selbstzeugnisse und Publikationen der Beteiligten einschließt, strebt das Projekt eine dem Gegenstand angemessene Darstellung dieser entscheidenden Phase in der Wissenschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts an. Zugleich versucht es, exemplarisch den komplexen Zusammenhang von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu beleuchten.</p>
Themen
OSSCold Warscientific/scholarly cooperationinterdisciplinary networkspolitical knowledgeapparatus of knowledgeintellectual emigration from Nazi Germany to the U.S.transnational interconnectionsU.S. foreign policyintelligence services as epistemic communitiesHistory of sciencehistory of political culturesocial sciencesNachrichtendienste als "epistemische Gemeinschaft"SozialwissenschaftenKalter KriegWissenschaftskooperationInterdisziplinaritätNetzwerkepolitisches WissenWissensapparateintellektuelle Emigration aus NS-Deutschlandtransnationale Verflechtungamerikanische Außenpolitikpolitische KulturgeschichteWissenschaftsgeschichte
Projektleitung
- Person
Prof. Dr. phil. Wolfgang Hardtwig
- Institut für Geschichtswissenschaften