ZUKO: HU-Zukunftskonzept: Der lange Sommer der Theorie. Geschichte einer epistemischen Praxis (Förderlinie Freiräume)
Auf einen Blick
DFG Exzellenzinitiative Zukunftskonzept
Projektbeschreibung
In den Geisteswissenschaften, aber auch außerhalb der Universität, hat das, was seit den 1960er Jahren im Kollektivsingular „Theorie“ heißt, eine beispiellose Konjunktur erlebt, die vom Neomarxismus bis zum Poststrukturalismus und weiter reicht. Das Forschungsvorhaben ist der Geschichte dieser transnationalen „theory revolution“ (Tony Judt) zwischen der BRD, Frankreich und Italien gewidmet, die die Geisteswissenschaften und die intellektuelle Kultur dieser Länder bis in die Gegenwart maßgeblich geprägt hat. Dabei orientiert es sich an den Methoden der neueren Wissenschaftsgeschichte, die am Modell der laboratory studies gelernt hat, auf die Praktiken, Institutionen und Medien von Wissen zu schauen: Um die Konjunktur des Genres Theorie zwischen Verlagen und Lesezirkeln, zwischen Universitäten, Kunstbetrieb und Gegenkultur zu verstehen, rücken weniger die Texte als ihre Entstehungsbedingungen in den Mittelpunkt, sind die Inhalte weniger maßgeblich als die Intensität ihrer historischen Gebrauchsweisen.