ZUKO: HU-Zukunftskonzept: KOSMOS Dialog 2014 – Biopolitics and Loyalties in Post-Yugoslav Slovenia

Auf einen Blick

Laufzeit
01/2014  – 12/2014
Förderung durch

DFG Exzellenzinitiative Zukunftskonzept

Projektbeschreibung

Am 26.2.1992, acht Monate nach Erklärung der Unabhängigkeit von Jugoslawien, löschte die neue Republik Slowenien etwa 28.000 Bewohner, allesamt ethnische Nicht-Slowenen, aus ihren Melderegistern. Die „izbrisani“, die Ausgelöschten, sind Serben, Kroaten, Bosnier und Roma, die über Jahrzehnte im jugoslawischen Slowenien gelebt und gearbeitet haben und nun über Nacht ihre Identität verlieren und fortan gezwungen sind, als „lebendige Tote“ zu existieren. Ebenso wie andere gegenwärtige politische Praktiken im postjugoslawischen Slowenien lässt sich das Beispiel der „izbrisani“ mit Achille Mbembes Begriff der Nekropolitik beschreiben, der einen Mechanismus des „Töten-oder-Leben-lassen“ in gegenwärtigen politischen Prozessen identifiziert. Der Vortrag schließt an die aktuelle postkoloniale Diskussion über Biopolitik an und ergänzt die kulturwissenschaftliche Mitteleuropa-Debatte durch eine südosteuropäische Perspektive.