Tierhaltung

An der Humboldt-Universität zu Berlin gibt es zwei zentrale und mehrere dezentrale Tierhaltungen, die sich auf dem Campus Nord sowie Campus Dahlem befinden.

An der Humboldt-Universität werden Versuchstiere in entsprechend behördlich genehmigten Einrichtungen gemäß Paragraph 11 Tierschutzgesetz in Verbindung mit Paragraph 11 Tierschutz-Versuchstierverordnung gezüchtet und gehalten. Zudem erfolgen einzelne Forschungsvorhaben außerhalb geschlossener Labor- und Tierhaltungsbereiche, insbesondere im Freiland sowie in Stallanlagen. Folgende Tierarten befinden sich in unseren Tierhaltungen: Mäuse, Ratten, Etruskerspitzmäuse, verschiedene Fischarten, Kanareneidechsen, Schweine, Ziegen, Schafe, Geflügel und Arthropoden. 

Die Haltung der Versuchstiere erfolgt unter Beachtung der geltenden tierschutzrechtlichen Bestimmungen sowie der aktuellen versuchstierkundlichen Empfehlungen. Die Tierhaltungsräume sind mit einem speziell angepassten Raumklima und Lichtregime ausgestattet; Haltungssysteme und -einrichtungen sind auf die jeweiligen Tierarten abgestimmt. Die tägliche Betreuung der Tiere wird durch fachlich qualifiziertes und speziell geschultes Tierpflegepersonal sichergestellt.

Darüber hinaus überwachen zwei Tierschutzbeauftragte bzw. Tierärzte die Einhaltung der versuchstierrechtlichen Vorgaben sowie die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere.

Zum Schutz der Tiergesundheit und zur Vermeidung des Eintrags oder Austritts von Krankheitserregern bestehen umfassende hygienische Barrieren. Ergänzend werden die Tiere regelmäßig mikrobiologisch untersucht, um potenzielle Infektionen frühzeitig zu erkennen. Diese Maßnahmen dienen sowohl der Sicherstellung der Tiergesundheit als auch der Gewährleistung einer tierexperimentellen Forschung ohne mikrobiologische Beeinflussungen (Bias).

Tiervermittlung

Die Vermittlung von Versuchstieren wird seit 2022 kontinuierlich gesteigert. Bereits vor Beginn eines Vorhabens wird der Verbleib von Tieren sorgfältig abgewogen und es werden geeignete Optionen gesucht, um den Tieren nach Abschluss der Versuche eine Weitervermittlung zu ermöglichen. Die Tiervermittlung erfolgt innerhalb der Humboldt-Universität sowie an andere wissenschaftliche Einrichtungen und Privatpersonen. Im Jahr 2025 konnten 826 Tiere erfolgreich vermittelt werden, davon 389 an Privatpersonen. 

Etruskerspitzmaus – ein Exot in der Versuchstierhaltung

Etruskerspitzmaus im Höhlenstein. Die Etruskerspitzmaus (Suncus etruscus) ist eines der kleinsten Säugetiere der Erde und wird in verschiedenen Forschungsbereichen eingesetzt, darunter Physiologie, Verhaltensforschung und Neurowissenschaften. Die Einrichtung und Aufrechterhaltung einer Zuchtkolonie dieser Art in der experimentellen Versuchstierhaltung ist jedoch eine Herausforderung, da sie spezifische Haltungsbedingungen erfordert, die sich erheblich von denen häufigerer Labortierarten wie Mäusen oder Ratten unterscheiden.