China und die europäischen Menschenrechte

Eine Tagung an der HU befasst sich mit dem Streit um den Kulturtransfer

Im Zeitalter der Globalisierung werden Kulturen nicht mehr als
isolierte Einheiten, sondern als im steten Austausch begriffene,
hybride Gebilde gesehen. Anhand der andauernden
Menschenrechtsdiskussion in China wird beispielsweise deutlich, dass
Phänomene des Kulturtransfers öffentlich stärker wahrgenommen werden
und Geistes- wie Sozialwissenschaftler sich mit Transfervorgängen in
allen erdenklichen Bereichen befassen.

Die internationale Tagung „Transfer in Dispute. Controversial
Representations of Cultural Borrowings in Asia, the Arab World and
Europe“ an der Humboldt-Universität zu Berlin, eine Veranstaltung des
Sonderforschungsbereiches „Repräsentationen sozialer Ordnung im
Wandel“ (SFB 640) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Moderner Orient
(ZMO) Berlin, untersucht, wie umstrittene Fälle von Transfers zwischen
den Weltkulturen in der Wissenschaft diskutiert werden und welche
kulturellen Vorstellungen sich damit verknüpfen.









Es spricht:
Sinologe Heiner Roetz (Bochum)

„Transfer in Dispute. China and the West“ – die Diskussion um die
Übertragung von „westlichen“ Konzepten wie den Menschenrechten nach
China






Die Wissenschaft findet Fälle von Kulturtransfer nicht einfach
voraussetzungslos vor. Vielmehr hängt es jeweils von kulturellen und
politisch individuellen Prägungen und kollektiven Rahmenbedingungen der
Forschung ab, ob bestimmte Transferphänomene überhaupt wahrgenommen,
positiv oder negativ bewertet, für wahrscheinlicher oder
unwahrscheinlicher gehalten oder sogar völlig geleugnet beziehungsweise
umgekehrt erst erfunden werden.



Die Tagung soll dazu beitragen herauszufinden, aus welchen Gründen, in
welchem Rahmen und unter welchen Erkenntnisinteressen Kulturtransfers
wissenschaftlich erforscht werden. „Am geeignetsten lässt sich dies
anhand von Fällen des Kulturtransfers analysieren, um die heiß
gestritten wird“, sagt Organisator Dr. Jörg Feuchter. Vertreter
geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen aus Europa, Asien und
der arabischen Welt werden solche Fälle zusammentragen und diskutieren.
Denn, auch die Folgen der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Transfer
sind nicht neutral. Sie können dazu benutzt werden, Kulturen auf- oder
abzuwerten, sie zu entlasten, aber auch zu belasten, zwischen ihnen zu
vermitteln oder zu trennen.







WEITERE INFORMATIONEN


Dr. Jörg Feuchter


Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Geschichtswissenschaften

SFB 640 "Repräsentationen sozialer Ordnungen imWandel"

Tel. 030 2093-4759/4722

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