Die Verbindung von Wissenschaft und Entwicklung – auf Spurensuche in Afrika

11. und 12. November 2009: Albrecht Daniel Thaer Kolloquium


Steigende Unterernährung, mangelnde Versorgung mit elementarer
Infrastruktur, Zerstörung von natürlichen Ressourcen und fortwährende
Kriege – damit wird das gegenwärtige Afrika oft in Zusammenhang
gebracht. Internationale Verpflichtungen wie die Millenium Development
Goals und umfangreiche entwicklungspolitische Hilfen haben bisher nicht
die erhoffte Abhilfe geschaffen. Über die Ursachen und Ansätze zur
nachhaltigen Lösung solcher Probleme diskutieren internationale
TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, entwicklungspolitischer Praxis und
Zivilgesellschaft beim diesjährigen Albrecht Daniel Thaer Kolloquium
2009 an der Humboldt-Universität zu Berlin.









Auf der vom Fachgebiet Ressourcenökonomie veranstalteten Tagung werden
die für Afrika bis heute äußerst problematischen Folgen der 1894 von
Reichskanzler Bismarck organisierten Berliner Konferenz
(„Kongokonferenz“) diskutiert.

Professor Daniel W. Bromley wird in seinem Vortrag über die letzten 125
Jahre afrikanischer Geschichte und die Wirkung des Kolonialismus
auf heutige Strukturen afrikanischer Staaten reflektieren um Ausblicke
in die Zukunft aufzeigen. Er ist Anderson Bascom Professor für
Angewandte Ökonomie an der Universität Wisconsin und argumentiert als
einer der weltweit führenden Institutionenökonomen, dass der
Kolonialismus die Struktur und die Funktionsweise afrikanischer Staaten
und ihrer Ökonomien bis heute beeinflusst. Bromley diskutiert
Handlungs- und Politikempfehlungen und spart auch die Wissenschaft als
Ursache des fortwährenden entwicklungspolitischen Misserfolges nicht
aus. Er forscht seit drei Jahrzehnten zu Problemen der wirtschaftlichen Entwicklung in verschiedenen Teilen Afrikas und ist als Berater von
Weltbank, nationalen Regierungen und OECD tätig. Derzeit ist Bromley
„Visiting Professor“ am Fachgebiet Ressourcenökonomie der Humboldt
Universität, an dem sich WissenschaftlerInnen mit den institutionellen
Voraussetzungen von nachhaltiger Entwicklung auseinandersetzen.



An den Eröffnungsvortrag schließt sich am 12. November 2009 ein
internationaler Workshop in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung
Berlin (Schumannstr. 8, 10117 Berlin)
an, bei dem die Implikationen der
Thesen von Daniel W. Bromley diskutiert werden. Inwieweit verfügen
beispielsweise Geberorganisationen über die entwicklungspolitische
Ansätze, den geforderten strukturellen Wandel zu begleiten? Welche
Forschungsschwerpunkte sind dazu notwendig und mit welchen Ansätzen
sollten diese bearbeitet werden? Im Anschluss werden sich die
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit einem Positionspapier an
die Öffentlichkeit wenden. Darüber hinaus soll eine Agenda für
zukünftige Forschungstätigkeit in diesem Feld entwickelt werden.



Die Vertreter der Presse sind herzlich zu der Tagung eingeladen.





WEITERE INFORMATIONEN
Jes Weigelt

Humboldt-Universität zu Berlin - Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät

Fachgebiet Ressourcenökonomie

Philippstraße 13, Haus 12

10099 Berlin

Tel.: 030 2093-6225

Mail: jes.weigelt☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle ein @ ein ☜agrar.hu-berlin☞ Bitte fügen Sie an dieser Stelle einen Punkt ein ☜de