Seit 30 Jahren besteht zwischen der Humboldt Universität zu Berlin (HU) und der größten privaten Forschungsuniversität der USA, der New York University (NYU), eine enge Kooperation, die Forschenden und Studierenden vielfältige Möglichkeiten und internationale Erfahrungen eröffnet.
Rund 300 HU-Studierende haben seither ein Austauschsemester an der NYU absolviert. Gleichzeitig kommen jedes Jahr bis zu 180 Studierende aus New York nach Berlin. Sie sind an der HU immatrikuliert und werden am Campus der NYU Berlin unterrichtet, der seit 20 Jahren existiert. Zusätzliche Begegnungsräume schaffen die Kurzzeitprogramme des Humboldt International Campus sowie ein Fellow-Programm, das ausgewählten HU-Studierenden ermöglicht, pro Semester bis zu zwei Kurse an der NYU Berlin zu belegen.
Transatlantische Lehre und Forschung
In der Lehre arbeiten beide Universitäten seit vielen Jahren eng zusammen. Gemeinsame Formate wurden bereits vor der Pandemie hybrid umgesetzt. Derzeit ist zudem Prof. Dr. Talja Blokland, Professorin für Stadt- und Regionalsoziologie an der HU, Inhaberin des renommierten Max-Weber-Lehrstuhls an der NYU.
Die Zusammenarbeit umfasst auch gemeinsame Forschungsprojekte, die seit diesem Jahr durch Flexible Funds gezielt unterstützt werden. Aktuell kooperieren unter anderem das Institut für Chemie mit der Tandon School of Engineering sowie das Institut für Asien- und Afrikawissenschaften mit der Steinhardt School of Culture, Education, and Human Development.
Seit 2025 ist die NYU strategische Partneruniversität der HU. Auf lange Sicht sind gemeinsame Master- und Promotionsprogramme, sowie die Förderung transdisziplinärer Forschung vorgesehen.
Gemeinsame Werte im Fokus
Als am 7. Mai das Jubiläum in Berlin gefeiert wurde hob HU-Präsidentin, Prof. Dr. Julia von Blumenthal, bei der Festveranstaltung das gemeinsame Wertefundament beider Einrichtungen hervor: „Gerade in diesen Zeiten, in denen Demokratie und akademische Freiheit selbst in etablierten demokratischen Staaten unter Druck geraten, sind wir uns unserer Verantwortung bewusst. Es ist unsere Aufgabe als Universitäten, offen gegenüber der Gesellschaft zu sein, zu erklären, warum wir für die Zukunft so wichtig sind und welchen Beitrag wir für die Demokratie leisten.“
Auch NYU-Präsidentin Prof. Dr. Linda G. Mills betonte in ihrer Grußbotschaft, die von Vizepräsident Prof. Dr. Eliot Borenstein vorgetragen wurde, die gesellschaftliche Relevanz des transatlantischen akademischen Austauschs: "Mit internationalen Partnerschaften wie dieser bekommen Lehre und Lernen neue Nuancen. Studierende werden mit Überzeugungen und Hintergründen konfrontiert, die sich von ihren eigenen unterscheiden. In einer Zeit der Spaltung, was könnte wichtiger sein als die Welt aus so vielen verschiedenen Blickwinkeln zu sehen?.“
