Neue Stadtschreiberin des Studierendenwerks Berlin: Ayşe Kara bringt Berliner Orte zum Klingen

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Ayşe Kara, Studentin der Philosophie und der Deutschen Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin, veröffentlicht von Februar bis April ihre Gedichte im Blog Berlin Stories. Die ersten drei Gedichte sind bereits online.

Bei einer Veranstaltung Ende Januar hat das Studierendenwerk Berlin die HU-Studentin Ayşe Kara zur neuen Stadtschreiberin ernannt. Sie  wird von Februar an drei Monate lang ihre Gedichte und Zeichnungen im Blog Berlin Stories des Studierendenwerks veröffentlichen. Die Jury lobt „ihre über die Zeilen fließenden, kunstvoll verzahnten Sätze“, die Leser*innen an Berliner Orte mitnehmen und zugleich mit dem Klang ihrer Namen spielen.

Ayşe Kara ist Berlinerin, aufgewachsen in Kreuzberg in einer türkischstämmigen Familie, und studiert seit dem Wintersemester 2023/24 Philosophie und Deutsche Literatur an der HU. Als Stadtschreiberin will sie Geschichten über ihr Leben in Berlin in Gedichten literarisch verarbeiten. Die ersten drei sind bereits auf der Website des Blogs erschienen, zusammen mit Zeichnungen von ihr. In zwei dieser Gedichte nimmt Ayşe Kara eine Stadtteilbibliothek und die Ecke Engelbecken/Leuschnerdamm in Berlin-Kreuzberg zum Ausgangspunkt und erzählt in klangvollen Worten und rhythmischen Zeilen von ihrem Aufwachsen, ihrer Familiengeschichte und damit auch die Geschichte Berlins. „Stadtschreiben bedeutet für mich Rekonstruktionsarbeit“, sagt Kara. Ihre Gedichte und ihr Blick auf Berlin sollen verschiedene Perspektiven miteinander vereinen: die proletarische, die migrantische und die studentische. Vielleicht führt eines der nächsten Gedichte in das Grimm-Zentrum der HU? Gut möglich, denn dort verbringe sie viel Zeit, sagt die amtierende Stadtschreiberin.

„Safe spaces“, um Texte vorzutragen

Aufmerksam geworden auf das Programm Stadtschreiberi*innen ist Ayşe Kara bei einer Vorlesung von Prof. Dr. Charlotte Kurbjuhn zur „Weimarer Klassik“. In einer der Veranstaltungen, berichtet Kara, sprach die Professorin für Neuere deutsche Literatur über Schreiben und Kunst als Auftragsarbeit und erwähnte zum Schluss ihres Vortrags das Programm für literarisch ambitionierte Studierende – eine perfekte Verbindung von Theorie und Praxis. 

Das Programm Stadtschreiber*innen des Studierendenwerks gibt es seit 2018. Im Laufe des Jahres 2026 sollen erstmals insgesamt drei Stadtschreiber*innen gekürt werden. In der Kaffeebar c.t. im HU-Hauptgebäude bietet das Studierendenwerk studentischen Autor*innen bei der Veranstaltungsreihe „Lies los!“ regelmäßig einen „safe space“, in dem sie ihre Texte vortragen können.