Bildung für Geflüchtete: HU ist Gründungsmitglied der Global University Academy

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International
Die Humboldt-Universität gehört zu den 21 Mitbegründerinnen der Global University Academy (GUA). Das internationale Hochschulnetzwerk will geflüchteten Menschen weltweit Zugang zu akademischer Bildung ermöglichen.

Das Gründungsdokument wurde am 3. Juni an der KU Leuven in Belgien abgestimmt; die HU war durch den Beauftragten des Präsidiums für Internationales und Europa, Dr. Yoan Vilain, vertreten. Zu den Unterzeichner*innen der Vereinbarung gehören auch Partneruniversitäten der HU wie die University of Oslo, UCLouvain, Paris Sciences et Lettres und die südafrikanische Stellenbosch University. Außerdem wird die Global University Academy vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) sowie dem Norwegian Refugee Council unterstützt. Zunächst ist eine zweijährige Pilotphase vorgesehen. 

Die Initiative ist geleitet von Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen, in dem es heißt: „Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen.“ Zudem wollen die Universitäten einen Beitrag zum Ziel des UNHCR leisten, bis zum Jahr 2030 mindestens 15 Prozent geflüchteter junger Menschen Zugang zu tertiärer Bildung zu ermöglichen. 

Globaler Kurskatalog und bedarfsgerechte Berufsqualifizierung

Dafür soll ein gemeinsamer Kurskatalog entwickelt werden, der es geflüchteten und vertriebenen Menschen ermöglichen wird, international anerkannte Lehrveranstaltungen zu belegen und akademische Abschlüsse zu erlangen. Darüber hinaus sollen bedarfsgerechte berufsqualifizierende Angebote zusammengestellt werden, die auf lokale Anforderungen zugeschnitten sind. Die konstituierende Generalversammlung befasste sich zudem mit Fragen inklusiver Organisationsstrukturen, zu denen ein beratendes Gremium aus Menschen mit Fluchtgeschichte gehören wird. Auch erste Pilotprojekte sowie Modelle für eine nachhaltige Finanzierung standen auf der Tagesordnung. 

„Akademische Freiheit heißt auch Hochschulzugang für alle, die dafür qualifiziert sind. Mit ihrem Engagement in der Global University Academy übernimmt die Humboldt-Universität Verantwortung für geflüchtete Menschen, die über das hinausgeht, was wir vor Ort in Berlin leisten“, sagt Dr. Yoan Vilain. Die HU werde nun intern die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Hochschullehrende am GUA-Kurskatalog mitwirken können. Ein Engagement sei ebenfalls in den Bereichen Akkreditierung, Governance und Fundraising denkbar. 

Engagement für gefährdete Forschende und Studierende

An der HU existieren bereits Angebote und Kooperationen, die es geflüchteten oder in ihren Herkunftsländern bedrohten Wissenschaftler*innen und Studierenden ermöglichen sollen, ihre akademischen Laufbahnen fortzusetzen. Im laufenden akademischen Jahr werden beispielsweise Studieninteressierte mit Fluchterfahrung dabei unterstützt, die für ein Studium an der HU erforderlichen Deutschkenntnisse zu erwerben. Das Programm, ergänzt durch ein Beratungsangebot, wird aus Mitteln des Senats finanziert.

Programme zur Aufnahme gefährdeter Studierender und Forschender sind eine Investition in die Wissenschaft, für die die Hochschulen auf zusätzliche Mittel – wie etwa vom Berliner Senats – angewiesen sind. In Austauschformaten zum Thema sucht die HU auch mit internationalen Partner*innen nach tragfähigen Handlungs- und Finanzierungsmodellen. Am 18. Juni etwa nahm eine Delegation am Auftakt zur Woche der Gastfreundschaft teil, die in Anlehnung an die Berlin-Brandenburg Academic Freedom Week vom HU-Partner Campus Condorcet in Paris ausgerichtet wurde. Die Veranstaltung thematisierte internationale Netzwerke und die Bedeutung der deutsch-französischen Partnerschaft im Einsatz für akademische Freiheit. 

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