Kindergeld automatisch: Reform kann Familien spürbar entlasten

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Forschung
Ob Anträge auf Kindergeld oder die Steuererklärung: Automatisierte Verfahren könnten viele Menschen zeitlich und mental entlasten. Das zeigen drei Wirtschaftsprofessoren in einer neuen Studie.

Das Kindergeld soll in Deutschland künftig automatisch nach der Geburt eines Kindes ausbezahlt werden, ohne dass die Eltern dafür einen Antrag stellen müssen. Das hat der Bundestag auf seiner Sitzung am 9. Juli 2026 beschlossen. In Kraft treten soll das Gesetz zum 1. Januar 2027. Nach der Geburt eines Kindes informiert das Standesamt in Zukunft automatisch das Bundeszentralamt für Steuern und dieses wiederum die Familienkasse. Die überweist dann ohne weiteres Antragsverfahren das Kindergeld an die Eltern. 

Wie stark Familien durch das neue Verfahren zukünftig entlastet werden und automatisierte Verfahren grundsätzlich Menschen in Deutschland zeitlich und mental spürbar entlasten können, zeigt eine aktuelle Studie von den Wirtschaftsprofessoren Steffen Altmann (Universität Würzburg), Andreas Grunewald (Frankfurt School of Finance and Management) und Jonas Radbruch (Humboldt-Universität zu Berlin). Eltern sparen durch das automatisierte Verfahren beim Kindergeld im Schnitt fast vier Stunden Zeit – das entspricht rund 80 Prozent weniger Aufwand im Vergleich zum bisherigen Verfahren. Für junge Eltern, die diverse administrative und familiäre Aufgaben nach der Geburt eines Kindes bewältigen müssen, ist jede Zeitersparnis ein Gewinn. 

Erleichterungen auch bei der Steuererklärung

Auch in anderen automatisierten Prozessen sehen die drei Professoren großes Potenzial für weitere Erleichterungen, etwa bei der Steuererklärung. In mehreren Bundesländern laufen aktuell Pilotprojekte nach dänischem Vorbild. Dort führen die Steuerbehörden die meisten Daten in einem Online-Portal zusammen; die Steuerpflichtigen müssen das Ergebnis nur noch prüfen und bei Bedarf korrigieren. Die Forscher beziffern die Zeitersparnis bei diesem Modell auf durchschnittlich 3,3 Stunden pro Steuerpflichtigen und Jahr. 

„Wenn die Politik will, dass wir mehr arbeiten, muss sie auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen und die Bürgerinnen und Bürger nicht mit unnötigem administrativem Aufwand belasten“, sagt Jonas Radbruch, Juniorprofessor in der Forschungsgruppe Mikroökonomie an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität. „Pilotversuche wie das nach dänischem Vorbild in Hessen initiierte und kürzlich auf andere Bundesländer ausgeweitete Projekt ‚Die Steuer macht jetzt das Amt für Sie‘ sollten daher nur der Anfang sein“, unterstreicht der HU-Forscher. 

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