Unter dem Motto „Audimax statt Ausweichzelt – Bauen und Sanieren jetzt!“ versammelten sich morgens zwischen 10 und 11 Uhr mehr als 150 Studierende, Lehrende und Mitarbeiter*innen vor dem Gebäude der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen am Fehrbelliner Platz 4 in Berlin-Wilmersdorf und forderten die Beschleunigung von dringenden Bau- und Sanierungsprojekten an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). Derzeit sind im Hauptgebäude der HU die beiden größten Hörsäle nicht nutzbar – dazu zählt auch das Audimax als Herzstück der Universität ¬¬-, weil sich die zugesagte Sanierung des Ostflügels durch die Senatsverwaltung seit mehr als sechs Jahren immer wieder verzögert und es nach wie vor keinen verbindlichen Übergabetermin gibt. Diese und andere Dauerbaustellen wie das Uni-Gebäude in der Invalidenstraße 110 verursachen der Universität Jahr für Jahr immense Kosten. Allein für die Anmietung von Ersatzflächen für die Invalidenstraße 110 zahlt die HU jedes Jahr 4,5 Mio. Euro.
HU-Präsidentin fordert von der Berliner Regierung Verantwortung zu übernehmen
„Mir ist wichtig, dass wir nicht nur drinnen im Hörsaal über diese Probleme sprechen. Das geht alle Berlinerinnen und Berliner an, denn das ist eine Verschwendung von Steuergeldern“, sagte Julia von Blumenthal, Präsidentin der HU, in ihrer Rede und forderte die Berliner Senatsverwaltung und die Regierung auf Verantwortung zu übernehmen: „Wir feiern gerne gemeinsam mit der Politik, wenn es Anlässe gibt. Aber ich wünsche mir, dass sie auch bei der Kärrnerarbeit an unserer Seite steht.“
Dass das Managen von Großbaustellen, insbesondere wenn es um die Sanierung von Altbauten geht, echte Kärrnerarbeit sei, hatte Gerhard Wagner, Professor an der Juristischen Fakultät der HU, zuvor in seiner Protestvorlesung an vielen Beispielen erläutert. Unter dem Motto „Wir wollen unser Audimax zurück“ hatte er seine Vorlesung zum Baurecht an diesem Morgen vor das Gebäude der Senatsverwaltung verlegt. „Wir demonstrieren dafür, dass die Bauarbeiten endlich fertig werden. Denn das Nicht-Fertigstellen hat handfeste Folgen“, sagte Wagner zu Beginn seiner Vorlesung.
Wichtige Austauschräume für Studierende fehlen
Zum Abschluss der Kundgebung sprach Eske Woldmer als Repräsentant des Referent*innenrates, der Studierendenvertretung an der HU. Er berichtete, dass eine ganze Generation von Studierenden wegen der nicht enden wollenden Bauarbeiten im Hauptgebäude das Audimax noch nie gesehen hätte. Wegen der seit zehn Jahren andauernden Sanierung fehle es auch an wichtigen Austauschräumen für Studierende.
Allein an der HU besteht mittlerweile ein Sanierungsbedarf in Höhe von 1,2 Milliarden Euro (Stand 2024). Berlinweit wird der Sanierungsstau an den Berliner Hochschulen auf mehr als 8 Mrd. Euro geschätzt.



