Innerhalb einer Woche wurden auf dem Campus Dahlem in der Lehr- und Forschungsstation Nutztierwissenschaften 61 Ziegenlämmer (Kitze) geboren. Prof. Dr. Edna Hillmann, die an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) zu Tierhaltung, Tierwohl und Verhalten landwirtschaftlicher Nutztiere forscht, berichtet: „Für die Tiere und das Team, das sie betreut, ist das eine außergewöhnlich intensive Zeit. Wie bei vielen Tierarten kommen die meisten Kitze nachts zur Welt, so dass es jeden Morgen eine neue Überraschung war, wer neu dazugekommen ist.“
Vom Stall hinaus auf die Weide
In der Regel verlaufen die Geburten problemlos, und nur selten ist menschliche Unterstützung nötig. Direkt nach der Geburt lecken die Ziegenmütter ihre Kitze trocken: Ein wichtiger Moment für die Bindung zwischen Ziege und Kitzen. Diese Bindung intensiviert sich jeden Tag und schon nach wenigen Tagen erkennen sich Kitze und Mütter an ihrem Geruch, ihrer Stimme und später auch am Aussehen.
Da nicht alle Mütter genügend Milch haben, gehört es für das Team auch zum universitären Alltag, den Kitzen die Flasche zu geben. Im eigens für sie erschaffenen „Lämmerschlupf“ bekommen die Kleinen spezielles Futter und sie können sich dort vom Trubel ausruhen, ganz ohne die großen Ziegen. Im April ziehen die jungen Tiere dann in einen anderen Stall um.
Nach wenigen Tagen sind die jungen Ziegen bereits ziemlich aktiv: Sie springen, toben und klettern auf alles, was sich anbietet, auch auf ihre Mütter und Tanten, die das meist geduldig über sich ergehen lassen. Sobald das Wetter wärmer wird und das Gras wächst, dürfen alle gemeinsam hinaus auf die Weide.
