Rechtswissenschaftler Dr. Luke Dimitrios Spieker mit Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026 ausgezeichnet

|
Forschung
Der Wissenschaftler an der Humboldt-Universität zu Berlin erhält für seine Forschung in den Bereichen Verfassungs- und Europarecht die wichtigste Auszeichnung zur Unterstützung junger Forschungskarrieren in Deutschland.

Für seine herausragende Forschung in Bereichen des Verfassungs- und Europarechts ist der Wissenschaftler Dr. Luke Dimitrios Spieker von der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) mit dem renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2026 ausgezeichnet worden. Die wichtigste Auszeichnung für Forschende in der Aufbauphase ihrer Karriere wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in diesem Jahr an zehn Forschende verliehen. Sie alle erhalten ein Preisgeld in Höhe von 200.000 Euro für ihre weitere Forschung. Die offizielle Verleihung der Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2026 findet am 11. Juni in Berlin statt.

Dr. Luke Dimitrios Spieker ist seit Mai 2024 Postdoktorand im DFG-Graduiertenkolleg „DynamInt – Dynamische Integrationsordnung“ an der HU und forscht zu vielfältigen Fragen im Bereich des Verfassungs- und Europarechts. Mit dem Preis würdigt die DFG unter anderem seine Dissertation. In dieser untersucht er am Beispiel des Umbaus des polnischen Justizsystems durch die PiS-Regierung, wie europäische Gerichte die Werte der EU – Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Grundrechte – durchsetzen können. „Mit einer großen methodischen Breite verfolgt Spieker dort und in weiteren Arbeiten eine kohärente Idee des Europarechts“, heißt es in der Begründung der Jury. Hervorgehoben wird außerdem, dass seine Expertise auch bereits in der Praxis gefragt sei.

„Bereicherung für die HU und wichtige Stimme im internationalen öffentlichen Diskurs“

„Die Auszeichnung von Dr. Luke Dimitrios Spieker mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ist ein eindrucksvoller Beleg für die herausragende Qualität seiner Forschung und ihre internationale Sichtbarkeit. Mit großer analytischer Kompetenz verbindet er grundlegende Fragen des Europarechts mit hochaktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen – vom Schutz rechtsstaatlicher Prinzipien bis hin zu den Rechten von LGBTQ*-Personen. Seine Arbeiten zeigen beispielhaft, wie exzellente Wissenschaft zur Stärkung europäischer Werte beitragen kann. Damit ist er nicht nur eine große Bereicherung für die Humboldt-Universität zu Berlin, sondern auch eine wichtige Stimme im internationalen wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs,“ sagt Prof. Dr. Claudia Mareis, Beauftragte des Präsidiums für Forschung an der Humboldt-Universität zu Berlin.  

Prof. Dr. Philipp Dann, Dekan der Juristischen Fakultät an der HU, ergänzt: 
„Die juristische Fakultät freut sich riesig mit Dr. Luke Dimitrios Spieker und ist sogar doppelt stolz: Herr Dr. Spieker ist nämlich nicht nur gegenwärtig Postdoc an unserem Graduiertenkolleg 'DynamInt', sondern hat zuvor auch bei uns studiert. In der Sache freut mich diese herausragende Auszeichnung auch deshalb sehr, weil seine Arbeiten die Bedeutung und die hohe Kunst des verfassungsrechtlichen Denkens und Argumentierens im europäischen Integrationsprozess unterstreichen. Diese Bedeutung ist kaum zu unterschätzen und mit Herrn Dr Spieker wird hier ein junger Vertreter dieser wichtigen Tradition ausgezeichnet und das Feld ermutigt."

Über den Preisträger

Luke Dimitrios Spieker studierte Rechtswissenschaften im Rahmen der European Law School. 2016 absolvierte er sein erstes Staatsexamen (Fakultätspreis) und erwarb danach eine Maîtrise en droit an der Université Panthéon-Assas in Paris (Exzellenzpreis der Deutsch-Französischen Hochschule) und einen LL.M. am King’s College in London (David D. Cameron Memorial Prize). Im Anschluss arbeitete er als Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Während des Studiums und der Promotion wurde er durch die Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Im November 2023 legte er sein zweites Staatsexamen ab.

Seit Mai 2024 ist Luke Dimitrios Spieker Postdoktorand im DFG-Graduiertenkolleg „DynamInt – Dynamische Integrationsordnung“ an der HU und forscht in dieser Funktion zu vielfältigen Fragen des Verfassungs- und Europarechts. Daneben ist er Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht. Seine bisherigen Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Schutz europäischer Werte, dem Schutz nationaler Verfassungsidentitäten, sowie LGBTIQ*-Rechten und Transformationen des Staatsangehörigkeitsrechts im supranationalen und internationalen Kontext.

Über den Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich an herausragende Forscher*innen in einem frühen Karrierestadium verliehen. Er unterstützt Wissenschaftler*innen ohne unbefristete Professur, ihre Laufbahn fortzusetzen, und würdigt ihr eigenständiges Profil sowie Beiträge, die ihre Fachgebiete bereichern und künftige Spitzenleistungen erwarten lassen.

Weiterführende Informationen

Themen:
DFG-Förderung
Forschung
Heinz Maier-Leibnitz-Preis