Ausstellung zeigt Karl-Marx-Büste der HU in der Zitadelle Spandau

|
Open Humboldt
Ab dem 9. Mai 2026 zeigt die Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ eine Karl-Marx-Bronzebüste von Will Lammert in der Zitadelle Spandau, die erstmals 1953 an der Humboldt-Universität zu Berlin enthüllt wurde.

Der 135. Geburtstag des Philosophen und Gesellschaftstheoretikers Karl Marx am 5. Mai 1953 wurde in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) groß gefeiert. So erklärte die SED-Führung das Jahr 1953 zum „Karl-Marx-Jahr“, beschloss die Umbenennung von Stadt und Bezirk Chemnitz in Karl-Marx-Stadt und gab auch eine Marx-Büste in Auftrag. 

Aus dem von der Staatlichen Kunstkommission ausgelobten Wettbewerb ging der Bildhauer Will Lammert als Sieger hervor. Er fertigte eine Porträt-Büste von Karl Marx in Bronze an, deren Abgüsse am 5. Mai 1953, dem 135. Geburtstag von Marx, zeitgleich an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Leipzig feierlich enthüllt wurden. Seit 1990/1991 sind die Büsten an allen Universitäten eingelagert. Zum 10-jährigen Jubiläum der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ in der Zitadelle Spandau wird die Büste der HU am 9. Mai 2026 nun erneut enthüllt und danach in der Ausstellung zu sehen sein. Seit 2016 zeigt die Ausstellung Denkmäler, die nach politischen Umbrüchen aus dem öffentlichen Raum entfernt wurden.

Auf einen Blick

  • Wann: Samstag, den 9. Mai 2026 von 15 bis 16 Uhr
  • Wo: Proviantmagazin, Zitadelle, Am Juliusturm 64, 13599 Berlin. 
  • Wer: Bei der Enthüllung sprechen: Dr. Christina Kuhli, Kustodin der Humboldt-Universität zu Berlin, Dr. Carola Brückner, Stellv. Bezirksbürgermeisterin und Bezirksstadträtin in Spandau, und Dr. Urte Evert, Museumsleiterin.

Die Veranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum der Ausstellung „Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler“ ist kostenfrei.

Die Geschichte der Marx-Büste der HU

An der Humboldt-Universität wurde die Marx-Büste vor dem Senatssaal gemeinsam mit dem neuen Foyer im Hauptgebäude der Universität 1953 eingeweiht. 1991 wurde sie auf Beschluss der Universitätsleitung aus dem Hauptgebäude entfernt und im Magazin der Kunstsammlung eingelagert, auch weil man Vandalismus und Diebstahl befürchtete. Zuvor war bereits die Gedenktafel für Karl Marx, die am Hauptgebäude der Universität angebracht war, gestohlen worden, ebenso wie die Gedenktafel für Lenin am Eingang zur „Kommode“, dem Sitz der Juristischen Fakultät am Bebelplatz.

1994 ging die Büste von Marx für ein Jahr auf Reisen zur Ausstellung „Feuer und Flamme“ im Gasometer Oberhausen. Im Sommer 2016 wurde die Büste dann im Lichthof des Hauptgebäudes in der Ausstellung „IN THE OPEN“ von Ahmet Öğüt der Öffentlichkeit präsentiert. Es war die 200. Ausstellung der Kleinen Humboldt-Galerie, in der sich verschiedene Künstler und Künstlerinnen mit Objekten aus der Kunstsammlung der HU auseinandersetzten.

Weiterführende Informationen

Themen:
Ausstellungen
Kultur