Mit kreativen, partizipativen und inklusiven Ansätzen eröffnet Petra Anders vielfältige Zugänge zu Bildungsfragen und stärkt den Dialog zwischen Universität und Gesellschaft weit über den Hochschulkontext hinaus, begründete die Jury des Open Humboldt Award die Wahl der Professorin für Deutschdidaktik in der Primarstufe. In Forschung und Lehre entwickelt sie partizipative Formate, die Kinder, Jugendliche, Studierende sowie Lehrkräfte als aktive Mitgestalter*innen einbeziehen.
Über die Preisträgerin
Petra Anders studierte Deutsch, Geschichte und Philosophie in Göttingen und Wien und arbeitete als Studienrätin in Brandenburg, Baden-Württemberg und Hamburg. 2010 promovierte die Wissenschaftlerin an der Universität Bremen. Nach Stationen an der Columbia University, New York, USA, und der HU war sie Professorin an der Universität Leipzig und an der Freien Universität Berlin. Sie ist Erste Vorsitzende des Symposions Deutschdidaktik e.V., dem größten Fachverband der Deutschdidaktik, im Vorstand der Berliner Stapel-Stiftung und im Beirat der VisionKino.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der inklusiven Deutschdidaktik, der Kinder- und Jugendliteratur, performativen und ästhetischen Bildungsprozessen sowie der sprachlichen und kulturellen Teilhabe. 2022 erhielt sie den „Preis für gute Lehre“ der HU, der erfolgreiche und innovative Lehrende und Lehrkonzepte im Rahmen der regulären Lehre an der HU auszeichnet. 2025 wurde sie mit dem Communicator Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft für ihre herausragende Wissenschaftskommunikation zur Förderung der Lese- und Sprachkompetenz in der Primarstufe und ihr kommunikatives Engagement für den Dialog mit verschiedenen Zielgruppen ausgezeichnet.
Petra Anders hat den Poetry Slam in Schule, Wissenschaft und Lehre getragen, gründete an der HU den Praxisschock-Slam und den Kinder-Kiez-Slam und leitet seit 2025 eine wissenschaftliche Sammlung zur Geschichte und Gegenwart des Poetry Slams. Ihn ihrem jüngsten Projekt „Anders geFragt“ diskutieren Gäste aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Gesellschaft zusammen mit dem Publikum über die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Gesellschaft.
Open Humboldt Award
Der Open Humboldt Award wird von der Stiftung Humboldt-Universität in Zusammenarbeit mit der Fritz und Mocca Metzeler-Stiftung sowie der Humboldt-Universität zu Berlin verliehen. Ausgezeichnet werden Projekte, die wissenschaftliche Themen und Fragestellungen über den universitären Kontext hinaus einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken. Bewerben können sich ausschließlich Mitglieder der Humboldt-Universität zu Berlin. Der Preis wird 2026 erstmals vergeben und ist auf eine jährliche Vergabe ausgelegt. Die feierliche Preisverleihung findet am 2. November 2026 statt.
