Die Körber-Stiftung zeichnet mit dem Deutschen Studienpreis exzellente Dissertationen aus, die eine besonders hohe gesellschaftliche Relevanz haben. Die drei ersten Preise in Höhe von je 25.000 Euro gehen an den Psychologen Philipp Jann von der Universität Bielefeld, den Physiker Thomas Arne Hensel von der Universität Heidelberg und den Juristen Nils Weinberg von der Humboldt-Universität zu Berlin.
Selbstbestimmte Identität
Nils Weinberg hat an der Humboldt-Universität zu Berlin im Fachgebiet Rechtswissenschaften promoviert. In seiner rechtsphilosophischen Promotion argumentiert der Jurist, dass die Bestimmung religiöser oder geschlechtlicher Identität nicht nur aus individueller Entscheidung entsteht, sondern erst durch die Anerkennung anderer rechtlich wirksam werden kann. Hierfür zeigt der Jurist Spannungen in der Rechtspraxis der Anti-Diskriminierung auf und nimmt u.a. Bezug auf das Selbstbestimmungsgesetz. Dieses ermöglicht Personen seit 2024, den Geschlechtseintrag im Personenstandsregister eigenmächtig zu ändern. Damit bietet seine Forschung die Grundlage für weitere Debatten darüber, wie wir als Gesellschaft und auf juristischer Ebene Identität verstehen und aushandeln wollen.
Über die Stiftung
Die Körber-Stiftung stellt sich mit ihren operativen Projekten, in ihren Netzwerken und mit Kooperationspartnern aktuellen Herausforderungen in den Handlungsfeldern „Wissen für Morgen“, „Internationale Verständigung“ und „Lebendige Bürgergesellschaft“. 1959 von dem Unternehmer Kurt A. Körber ins Leben gerufen, ist die Stiftung heute von ihren Standorten Hamburg und Berlin aus national und international aktiv.
Über den Deutschen Studienpreis
Der Deutsche Studienpreis zeichnet jährlich herausragende Nachwuchswissenschaftler*innen aller Fachrichtungen aus. Für exzellente Dissertationen von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung vergibt die Körber-Stiftung Preise im Gesamtwert von 135.000 Euro. Der Deutsche Studienpreis zählt damit zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in Deutschland. Schirmherrin ist Bundestags-präsidentin Julia Klöckner. Im Dezember verleiht sie den Deutschen Studienpreis 2026 in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.
