Einsparvorgaben erzwingen Neuaufstellung der Archäologie – Aktualisierte Meldung vom 20. Februar 2026

Die Archäologie soll an der Humboldt-Universität zu Berlin nach Planung des Präsidiums ab Mitte der 2030er Jahre neu aufgestellt werden.

Die massiven Sparvorgaben der Berliner Landesregierung haben Auswirkungen auf alle Bereiche der Universität und zwingen die Humboldt-Universität zu Berlin zu vielen schmerzhaften Maßnahmen. Dazu zählen auch notwendige Veränderungen in einem Traditionsbereich der HU: der Archäologie. 

Die HU muss allein im Akademischen Bereich zusätzlich zu bereits im Jahr 2024 beschlossenen Kürzungen in den nächsten Jahren strukturell 8 Mio. Euro einsparen. Davon entfallen 1,5 Mio. Euro auf die Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät (KSBF). Im Rahmen der Konkretisierung dieser im Akademischen Bereich notwendigen Einsparungen sind Präsidium und Fakultätsleitung zu dem Ergebnis gekommen, dass das Institut für Archäologie in seiner gegenwärtigen Struktur an der KSBF voraussichtlich nach dem Freiwerden der derzeit besetzten Professuren ab Mitte der 2030er Jahre nicht in dieser Form weitergeführt werden kann. Lehre und Forschung im Fach Archäologie soll auch in Zukunft an der HU stattfinden.

Daher hat das Präsidium der Humboldt-Universität entschieden, dass ab Herbst 2026 das Konzept für ein neues „Institut für Altertumswissenschaften“ (Arbeitstitel) entwickelt werden soll. Dieses soll ab Mitte der 2030er Jahre geschaffen werden und nach  derzeitigem Planungsstand des Präsidiums bis zu zwei Professuren mit einer Denomination aus der Archäologie enthalten. Dazu kommen, je nach inhaltlicher Ausarbeitung des künftigen Konzepts, weitere Professuren zum Beispiel aus der Klassischen Philologie. Die Konkretisierung der Planung für das neue Institut hängt von der Zustimmung der Gremien der Humboldt-Universität zu Berlin ab.

Die HU führt Studienangebot im Bereich der Archäologie fort

Für das Studienjahr 2026/27 sind keinerlei Veränderungen im Studienangebot geplant, sondern es werden weiterhin in allen Studiengängen des Instituts für Archäologie Studierende zugelassen. Auch ab dem Studienjahr 2027/28 werden Studierende in Studiengänge der Archäologie zugelassen. Darüber hinaus gilt: Allen Studierenden wird ein ordnungsgemäßer und planbarer Abschluss ihres Studiums ermöglicht.

Die Entwicklung eines attraktiven Studienangebots, das spätestens ab Mitte der 2030er Jahre vollständig umgesetzt werden soll, ist Teil des Prozesses zur Neuaufstellung der Altertumswissenschaften an der HU, der im Herbst 2026 beginnt.

HU bleibt weiterhin wichtiger Motor und Impulsgeber des Berliner Antike Kollegs

Für die Forschung existiert mit dem Berliner Antike Kolleg (BAK) bereits jetzt ein zukunftsfähiger Rahmen, in dem die Berliner Universitäten mit der Universität Potsdam sowie wichtigen außeruniversitären Einrichtungen wie dem Deutschen Archäologischen Institut, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Die HU wird mit ihrer fachlichen Expertise weiterhin ein wichtiger Motor und Impulsgeber des BAK bleiben.

Nachbarschaft der Museen und Sammlungen machen Lehre attraktiv

Berlin ist ein einzigartiger Standort für die Altertumswissenschaften. Die Nachbarschaft zu  Museen soll in Zukunft viel intensiver für die Lehre genutzt werden. In Verbindung mit der Open Humboldt Strategie der HU, die den Dialog und Wissensaustausch mit der Gesellschaft ins Zentrum stellt, kann so ein einmaliges und zukunftsweisendes Angebot geschaffen werden. Auch die Sammlungen der HU werden ein wichtiger Teil des künftigen Instituts für Altertumswissenschaften sein.

Neuaufstellung ist ein Prozess mit vielen Beteiligten 

Das Präsidium wird bei den zuständigen Gremien der Humboldt-Universität zu Berlin für seine Vorstellungen werben, die Altertumswissenschaften an der HU neu aufzustellen, um sie damit am Berliner Wissenschafts- und Hochschulstandort zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen. Wenn die Gremien den Vorschlägen des Präsidiums folgen, soll der Prozess ab Herbst 2026 mit der Einbindung der Partner im BAK sowie weiterer externer Expertise stattfinden und die Übergangszeit im Detail geplant werden.

Präsidium und Fakultät werden bei den Planungen sehr eng zusammenarbeiten und transparent informieren, damit der Übergang in einigen Jahren reibungslos und gut planbar für Studierende und Mitarbeitende erfolgen kann. Die Entscheidung für eine Neuaufstellung hat keine Auswirkungen auf bestehende Arbeitsverträge.

Diese Meldung wurde am 4. März aktualisiert.