HU-Team gewinnt Moot-Court zum internationalen Wirtschaftsrecht in Hong Kong

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Beim Willem C. Vis (East) International Commercial Arbitration Moot Court in Hong Kong Ende März hat sich das Team der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin gegen 160 Universitäten aus der ganzen Welt durchgesetzt.

Vom 15. bis 23. März hat das Team der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) an einem der größten und wichtigsten Wettbewerbe auf dem Gebiet des Internationalen Wirtschaftsrechts in Hongkong teilgenommen – und gewonnen. Das Team der Juristischen Fakultät schlug im Finale des Willem C. Vis (East) International Commercial Arbitration Moot 2026 das Team der Hidayatullah National Law University in Raipur, Indien, und setzte sich insgesamt gegen 160 Universitäten aus der ganzen Welt durch. In dem simulierten Schiedsverfahren ging es um einen fiktiven Konflikt zwischen zwei Unternehmen im Kontext internationaler Regulierung.

Sieg bei den mündlichen Verhandlungen und weitere Auszeichnungen

Zuletzt hatte 2010 ein Team aus Deutschland diesen jährlich stattfindenden Wettbewerb gewonnen, die HU erlangte in diesem Jahr erstmals den Sieg. Zum Gewinnerteam gehörten die HU-Studierenden Lina Horn, Olivia Stolzenwald, Helena Victoria Zabel, Paul Marquordt, Felix Schnabl und Fabio Herrera Aue. Betreut wurden sie von den beiden Dozent*innen Noëmi Nina Simon und Jakob Zang. Neben dem Gesamtwettbewerb war das Team auch in weiteren Kategorien erfolgreich: Es erreichte den 1. Platz für den Beklagtenschriftsatz (Fali Nariman Award) und wurde für den Klägerschriftsatz ausgezeichnet. Auf den Wettbewerb hatte sich das HU-Team seit Herbst 2025 vorbereitet und an verschiedenen vorbereitenden Moot-Courts in Europa und in den USA teilgenommen.

„Präzise juristische Analyse, strategisches Denken, wirtschaftliches Verständnis und überzeugende Rhetorik“

Beim Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Court treten die Studierenden in einem simulierten Schiedsverfahren als Anwält*innen fiktiver Mandant*innen auf. „Die Studierenden müssen sowohl den Kläger als auch den Beklagten vertreten − und damit den gleichen Fall aus unterschiedlichen Perspektiven argumentieren. Bei den mündlichen Verhandlungen verteidigen sie ihre Argumente vor international erfahrenen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern und müssen auf kritische Nachfragen reagieren“, sagt Prof. Dr. Giesela Rühl, Professorin für Europäisches und Internationales Privat- und Verfahrensrecht und Rechtsvergleichung an der HU und akademische Betreuerin des Teams. Dafür seien präzise juristische Analyse, strategisches Denken, wirtschaftliches Verständnis und überzeugende Rhetorik gefragt.

Modell-Fall: Konflikt zwischen Unternehmen im Kontext internationaler Regulierung 

Im Zentrum des Wettbewerbs stand ein ebenso wirtschaftlich realistischer wie juristisch vielschichtiger Konflikt zwischen zwei Unternehmen: Ein Unternehmen verpflichtet sich, mehrere tausend seltene Orchideen, die zur Herstellung hochwertiger Vanilleprodukte dienen, an ein Unternehmen in einem anderen Land zu liefern. Kurz vor der Lieferung wird genau diese Orchideenart überraschend von der zuständigen internationalen Organisation unter Artenschutz gestellt. In der Folge lehnen die Behörden die Erteilung der erforderlichen Einfuhrgenehmigung ab. Der Käufer verweigert deshalb die Abnahme und die Bezahlung, während der Verkäufer die Orchideen kurzfristig an einen anderen Abnehmer verkauft − allerdings zu einem deutlich geringeren Preis. Die Differenz möchte er nun vom Käufer ersetzt bekommen. „Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie Unternehmen zwischen die Fronten der Politik geraten können − und welche gravierenden Folgen regulatorische Eingriffe für Unternehmen haben können,“ so Giesela Rühl.

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