Studierende an der Humboldt-Universität untertiteln Oscar-nominierte Filme

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Für internationale Festivals und Kulturprojekte erstellen Studierende am Institut für Romanistik der HU die deutschen Untertitel.

Für die 98. Academy Awards am 15. März sind Filme nominiert, die von Studierenden des Fachs „Filmübersetzung“ des Instituts für Romanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) untertitelt wurden. Sie sind im Wettbewerb um den Oscar in den Kategorien „Bester Kurzfilm“ und „Bester animierter Kurzfilm“. Ab Mitte März werden die Filme in den deutschen Kinos zu sehen sein.

Übersetzung ohne KI

Das Projekt zur Untertitelung von Kurzfilmen für die Academy Awards gibt es seit drei Jahren an der HU. Der Kurs zur Filmübersetzung besteht bereits seit den 90er Jahren. Initiator ist Xavier Bihan, der sich als Lehrkraft für besondere Aufgaben am Institut für Romanistik der HU mit den Themen Übersetzen, Dolmetschen sowie französischer Kultur und Landeskunde befasst. Er hat die internationalen Kooperationen im Film- und Theaterbereich ausgebaut, unter anderem mit den Filmfestspielen von Cannes und dem Sundance Film Festival. Für die Übersetzungen werden die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch und Spanisch sowie weniger nachgefragte Sprachen wie Rumänisch und Katalanisch angeboten. 2025 haben die „Berlinguisten“, wie sich die Studierende der Filmübersetzung nennen, 59 Filme, vier Theaterstücke und 13 Songs übersetzt und damit an die 130 000 Zuschauer*innen erreicht. Xavier Bihan betont, dass für die Übersetzungen keine KI verwendet wird: „Wir setzen uns für geistige Arbeit ein, das ist nicht nur der Sinn der Lehrveranstaltungen, sondern die Veranstaltenden wissen auch die Qualität zu schätzen. Am Ende der Filme, die wir untertiteln, schreiben wir immer: ‚Für die Herstellung dieser Untertitel wurde keine KI missbraucht. Setzt auf berlinguistische Geistesarbeit!‘“.

Ein weiteres aktuelles Projekt der Berlinguisten heißt „Stolpersteine zum Sprechen bringen“ und wird in Zusammenarbeit mit der Schule am Teutoburger Platz in Berlin umgesetzt. Die Studierenden verdolmetschen Interviews mit Überlebenden der Shoah oder mit ihren Verwandten. Die entstandenen Podcasts sind über die Berlin History App abrufbar.